Umfrage: Fast 70 Prozent der Taiwanesen würden bei einem Angriff Chinas kämpfen

Umfrage: Fast 70 Prozent der Taiwanesen würden bei einem Angriff Chinas kämpfen
Eine taiwanesische Denkfabrik hat eine Umfrage auf den Inseln Taiwan und Penghu durchgeführt, in der sie die Bevölkerung auf ihre Reaktion auf die mögliche Invasion durch die Volksbefreiungsarmee befragte. Fast 70 Prozent der Taiwanesen erklärten, dass sie mitkämpfen würden.

Eine von Pekings Lieblingsplattitüden zum Thema Taiwan sei, dass "Blut dicker ist als Wasser" sei, schreibt die Asia Times. Bei der Berichterstattung über taiwanesische Angelegenheiten sollen Zeitungen, die sich in der Volksrepublik befinden, verpflichtet sein, über die "Tatsache" zu berichten, dass die Politik der Insel von einer kleinen Gruppe eigensinniger Separatisten gekapert wurde, dass die Gesellschaft aber für die Wiedervereinigung mit dem Festland sei.

US-Hubschrauber auf Taiwan. (Symbolbild)

Die Situation vor Ort scheint jedoch völlig gegenteilig zu sein, wenn man einer Umfrage einer unabhängigen Denkfabrik Glauben schenken kann.

Fast 70 Prozent der Befragten haben in einer kürzlich von der Taiwan Foundation for Democracy durchgeführten Umfrage deutlich gemacht, dass sie entweder der Armee beitreten oder auf ihre eigene Weise Widerstand leisten würden, sofern die Volksrepublik versuchen sollte, Taiwan mit Gewalt zu annektieren.

Beobachter der Denkfabrik, die die Unabhängigkeit Taiwans unterstützt, vermuten, dass Pekings Verletzungen der taiwanesischen See- und Luftgrenzen durch periodische Umkreisungen der Insel seit 2017 für die weit verbreiteten Ablehnung der Volksrepublik unter den Taiwanesen, insbesondere unter jungen Menschen, verantwortlich sein könnten.

Einige strategische H-6K-Bomber der Volksbefreiungsarmee drangen am Mittwoch und Donnerstag in Taiwans Luftverteidigungszone ein, nachdem das chinesische Militär eine Live-Feuerübung in Gewässern westlich der Mittellinie der Taiwanstraße abgeschlossen hatte.

Die Taiwan Foundation for Democracy erklärte zu ihrer Umfrage, dass es der richtige Zeitpunkt sei, die Stimmung der Menschen zu messen, da Peking seiner Haltung des guten Willens widersprach, als seine Armee dazu aufrief, Taiwan durch einen entscheidenden Luftangriff und eine amphibische Offensive zurückzuerobern.

Die Umfrage fand vom 12. bis 19. Januar statt, 1.597 Taiwanesen, die auf Taiwan selbst und auf der abgelegenen Insel Penghu leben, wurden befragt. Das Konfidenzniveau lag bei 95 Prozent, die Fehlerquote machte drei Prozentpunkte aus.

Parade der chinesischen Armee im Januar in Peking.

Insgesamt 67,7 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereit seien, in den Krieg zu ziehen, um Taiwan zu verteidigen, sofern das chinesische Festland den Startschuss zu einer Invasion geben würde.

Die Umfrage ergab auch, dass die Abneigung einer befragten Person gegen die Volksrepublik umso größer ist, je jünger die Person ist.

Auf der anderen Seite lag die Anteil der Befragten, die bereit waren, für die formelle Unabhängigkeit Taiwans in den Krieg zu ziehen, bei 55 Prozent, während sich eine überwältigende Mehrheit (91 Prozent) für die Beibehaltung des "Status quo" aussprach, das heißt: Taiwan erklärt keine offizielle Unabhängigkeit und bewahrt dabei seinen de facto souveränen Status.

Nur anderthalb Prozent meinten, dass Taiwan sich sofort mit dem Festland vereinigen sollte.

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