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Waffenstillstand in Bergkarabach erneut gebrochen – Jerewan und Baku beschuldigen sich gegenseitig

Waffenstillstand in Bergkarabach erneut gebrochen – Jerewan und Baku beschuldigen sich gegenseitig
Ein beschädigtes Fahrzeug der armenischen Armee am Eingang der Stadt Cəbrayıl während der Kämpfe um die abtrünnige Region Bergkarabach, 16. Oktober 2020.
Jerewan und Baku haben sich gegenseitig beschuldigt, den am Samstag erklärten Waffenstillstand gebrochen zu haben. Die Anschuldigungen kamen nur wenige Stunden, nachdem die Waffenruhe für die Konfliktregion im Südkaukasus am Sonntag um Mitternacht Ortszeit in Kraft getreten war.

Im blutigen Konflikt in der Südkaukasusregion Bergkarabach hatten Armenien und Aserbaidschan nach russischer Vermittlung gerade erst einen neuen Anlauf für eine Feuerpause unternommen. Diese wurde aber offenbar bereits in der Nacht zum Sonntag wenige Stunden nach ihrem Inkrafttreten brüchig. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben.

Bereits vor rund einer Woche hatten sich die verfeindeten Länder unter Vermittlung Russlands auf eine Feuerpause verständigt. Diese Vereinbarung war jedoch schon kurz nach Inkrafttreten gebrochen worden. Dafür gaben sich die Konfliktparteien gegenseitig die Schuld – ebenso wie für das Aufflammen der neuen Kämpfe Ende September.

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Russlands Außenminister Sergei Lawrow appellierte am Samstagabend in Telefonaten mit seinen Kollegen in Armenien und Aserbaidschan eindringlich, sich an die Vereinbarung zu halten. Kurz darauf kündigten die Außenministerien beider Länder wortgleich eine humanitäre Waffenruhe an, die zwei Stunden später in Kraft trat.

Aserbaidschanischer Soldat mit seiner Nationalflagge am Eingang der Stadt Dschäbrajil – 16. Oktober 2020

Wenige Stunden später erklärte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, es habe Raketen- und Artilleriefeuer von gegnerischer Seite gegeben. Aserbaidschan habe einen Angriff im Süden der Konfliktregion an der Grenze zum Iran begonnen. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben. Armenien werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", um Aserbaidschan zum Frieden zu zwingen, kündigte das Außenministerium an, ohne konkret zu werden.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium wiederum warf Armenien später vor, "grob" gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Demnach sollen die Stadt Cəbrayıl sowie mehrere zuvor von Aserbaidschan unter Kontrolle gebrachte Dörfer von armenischer Seite aus beschossen worden sein. Aserbaidschan habe darauf "Vergeltungsmaßnahmen ergriffen", hieß es.

Lawrow erinnerte die Konfliktparteien seinem Ministerium zufolge daran, dass die Feuerpause auch humanitären Gründen diene. Dem armenischen Verteidigungsministerium nach wurde jedoch ein Vorschlag zur Rettung von Verwundeten in der Nacht von der aserbaidschanischen Seite "strikt" zurückgewiesen.

Baku erklärte Medienberichten zufolge seine Bereitschaft, Leichen armenischer Soldaten außerhalb des Konfliktgebiets an der aserbaidschanisch-armenischen Grenze an Armenien zu übergeben. Eine ähnliche Zusicherung hatten die Behörden von Bergkarabach gegeben.

Bereits am Samstag hatte es neue Kämpfe mit Toten und Verletzten gegeben. Aserbaidschan meldete schwere Angriffe der armenischen Seite auf Gəncə, die zweitgrößte Stadt des Landes.

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Nach Darstellung der Behörden sind bei dem Raketenbeschuss 13 Menschen getötet und 50 verletzt worden. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew nannte den Angriff im Fernsehen ein Kriegsverbrechen und drohte, dass die armenische Führung dafür zur Rechenschaft gezogen werde. Türkische Journalisten schrieben von "armenischem Terrorismus", während armenische Zivilisten in den sozialen Medien davor warnen, einen weiteren Genozid durch die Türkei zuzulassen.

Armenien warf dem verfeindeten Nachbarn vor, selbst hinter dem Angriff zu stecken und dies als "Propaganda" gegen die Armenier zu verwenden. Die Behörden meldeten im Gegenzug Raketenangriffen der aserbaidschanischen Seite.

Berichten zufolge wurden auf beiden Seiten zahlreiche Zivilisten getötet. Die Kriegsparteien berichten auch regelmäßig über enorme Schäden, die ihren Gegnern zugefügt wurden, obwohl die Behauptungen schwer zu überprüfen sind. Bergkarabach sagte am Sonntag, dass 673 Soldaten seiner Truppen in den drei Wochen seit Wiederaufflammen der Gewalt getötet worden seien.

Baku sieht seinen abtrünnigen Teil als von Armenien besetzt an und sagte, er müsse befreit werden, um den lang anhaltenden Konflikt zu beenden. Obwohl Jerewan es militärisch unterstützt, hat es Bergkarabach nie als unabhängigen Staat anerkannt.

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