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Streit um Überläufer und Propagandamaterial: Pjöngjang will Kommunikation mit Seoul abbrechen

Streit um Überläufer und Propagandamaterial: Pjöngjang will Kommunikation mit Seoul abbrechen
Streit um Überläufer und Propagandamaterial: Pjöngjang will Kommunikation mit Seoul abbrechen (Archivbild: Die koreanische demilitarisierte Zone im Landkreis Kosŏng-gun der Provinz Kangwŏn-do. 02. Dezember 2018)
Pjöngjang droht, die Kommunikation mit Südkorea einzustellen. Seoul ist aufgefordert, Überläufer daran zu hindern, Flugblätter und anderes Material durch die demilitarisierte Zone zu schleusen, berichten nordkoreanische Medien. Erster Anruf aus Südkorea unbeantwortet.
Ein geflüchtetes nordkoreanisches Mädchen und ihre Mutter tragen Porträts eines toten Jungen aus Nordkorea und dessen Mutter vor sich her, Seoul, Südkorea, 21. September 2019.

Am vergangenen Donnerstag hat Pjöngjang Seoul vorgeworfen, Überläufern zu erlauben, Flugblätter sowie Nordkorea kritisierende Literatur ins Land zu bringen. Hierfür würden meist Ballons eingesetzt, hieß es. Man kündigte an, ein im Jahr 2018 mit Südkorea erzieltes Militärabkommen aufzukündigen, falls das Land dies nicht unterbindet.

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Die nordkoreanische Regierung erklärte, dass Südkorea "den Preis für die Tolerierung antirepublikanischer Handlungen" werde zahlen müssen. Am Dienstag verkündete Pjöngjang, man werde die Kommunikationskanäle mit Seoul schließen, beginnend mit einer Reihe von heißen Drähten, die seinerzeit zwischen beiden Seiten eingerichtet wurden. Die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete:

Die direkte Kommunikationsverbindung zwischen dem nordkoreanischen Zentralkomitee und dem Blauen Haus in Südkorea wird vollständig blockiert und aufgegeben.

Ferner will man zwei weitere Rote Telefone außer Betrieb nehmen. Eines davon soll ein heißer Draht zwischen den Militärs der beiden Länder zur Vermeidung von Konfliktsituationen sein.

Kim Yo-jong, Direktorin des Ministeriums für Propaganda und Agitation Nordkoreas und Schwester des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un, warnte ebenfalls, Südkorea werde "einen hohen Preis zahlen", wenn man dort dem Versand der Flugblätter nicht einen Riegel vorschiebe. Sie drohte außerdem mit der Schließung eines interkoreanischen Verbindungsbüros und allgemeinen Einschränkungen bei der Kommunikation.

Zum ersten Mal seit der Eröffnung des gemeinsamen Verbindungsbüros im Jahr 2018 beantwortete Pjöngjang einen routinemäßigen Anruf aus Seoul nicht, berichtete Yonhap News unter Berufung auf das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium in Seoul.

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