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Südkorea: Zahl der Flüchtlinge aus Nordkorea auf niedrigstem Stand seit 18 Jahren

Südkorea: Zahl der Flüchtlinge aus Nordkorea auf niedrigstem Stand seit 18 Jahren
Ein geflüchtetes nordkoreanisches Mädchen und ihre Mutter tragen Porträts eines toten Jungen aus Nordkorea und dessen Mutter vor sich her, Seoul, Südkorea, 21. September 2019.
Im Jahr 2019 flohen 1.047 Nordkoreaner aus ihrer Heimat nach Südkorea – ein neues Rekordtief. Der Höchststand wurde 2009 mit 2.914 Flüchtlingen erreicht. Die Integration im Süden gestaltet sich als schwierig, zu groß sind gesellschaftliches Stigma und Vorurteile.

Der Fluchtweg aus Nordkorea in den Süden führt über China. In China müssen die Überläufer fürchten, von Spitzeln entdeckt und zurück nach Nordkorea geschickt zu werden, wo ihnen hohe Strafen drohen. Die Zahl derjenigen, die in Südkorea eine neue Zukunft suchen, aber sank im Jahr 2019 auf ein Rekordtief.

Die neuen Zahlen gab das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium bekannt. Seit der Machtübernahme in Nordkorea durch Kim Jong-un im Jahr 2011 kamen jedes Jahr rund 1.100 bis 1.500 nach Südkorea. Der Großteil sind Frauen.

Symbolbild: Flughafen von Pjöngjang, Nordkorea, 23. Oktober 2000.

Der Neustart in Südkorea aber ist schwierig. Laut Studien leiden viele unter Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund ihrer Herkunft. Im kapitalistisch geprägten Süden sind englische Ausdrücke gebräuchlich, die sich in die Alltagssprache mischen. 

Die Überläufer aus dem Norden werden als "Nahm" bezeichnet, was übersetzt "die Anderen" heißt. Zu Zeiten des Kalten Krieges als Symbole der Freiheit zelebriert, leiden sie heute unter einem Stigma. Viele versuchen, ihre nordkoreanische Herkunft zu kaschieren. In der südkoreanischen Gesellschaft sind sie als "kaltblütige Kommunisten" verschrien. 

Nach einer Sicherheitsüberprüfung durch den südkoreanischen Geheimdienst erhalten die Nordkoreaner die südkoreanische Staatsbürgerschaft sowie Unterstützung für eine Wohnungsanmietung und Bildungsmaßnahmen. Das spezielle Regierungsprogramm zur gesellschaftlichen Integration dauert drei Monate an. 

Im letzten Jahr wurde eine nordkoreanische Frau mit ihrem sechsjährigen Sohn in Seoul tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Mutter und das Kind waren verhungert. Es hatte zwei Monate gedauert, bis ein Handwerker aufgrund des Geruchs stutzig wurde. Niemand hatte die beiden vermisst.

Andere Geflüchtete aus Nordkorea kamen zum Begräbnis und demonstrierten gegen den Umgang mit ihren Landsleuten im Süden. Der Trauerzug führte auch in Richtung des Büros des südkoranischen Präsidenten. Barrikaden hielten sie davon ab, ihr Protestziel zu erreichen. Inspiriert durch den Fall schlossen sich nordkoreanische Flüchtlinge zu einem Hilfskomitee für Nordkoreaner in Not zusammen.

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