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Erneut massiver Stromausfall in Venezuela – Regierung spricht von Sabotage 

Erneut massiver Stromausfall in Venezuela – Regierung spricht von Sabotage 
Ein Blick auf Caracas während des Stromausfalls am 23. Juli 2019
Wie bereits vor einigen Monaten ist ein Großteil Venezuelas von einem umfassenden Stromausfall betroffen. Die Regierung macht Sabotage an einem Wasserkraftwerk dafür verantwortlich und spricht von einem "elektromagnetischen Angriff". Oppositionsführer Guaidó sieht das anders.

Erneut sind in Venezuela die Lichter ausgegangen. Von einem massiven Stromausfall ab Montagnachmittag (Ortszeit) waren nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Netblocks alle Bundesstaaten des südamerikanischen Landes betroffen. Das Telekommunikationsnetz sei zu 94 Prozent zusammengebrochen.

Der Päsident Venezuelas, Nicolás Maduro. Er und seine Unterstützer werden genauso von den USA und den westlichen Massenmedien dämonisiert wie der Präsident Syriens, Baschar al-Assad.

Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro teilte mit, erste Hinweise deuteten auf einen elektromagnetischen Angriff auf das größte Wasserkraftwerk des Landes am Guri-Stausee hin. In den sozialen Netzwerken berichteten Nutzer am späten Abend aus mehreren Teilen des Landes, darunter die Hauptstadt Caracas, die Lichter seien wieder angegangen.

Bereits im März hatte die Regierung während eines mehr als 100 Stunden langen Stromausfalls in Teilen des Landes von Sabotage gegen das Kraftwerk gesprochen. Sie machte einen von der Opposition und den USA geplanten Cyberangriff verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Sabotage gegen die Energieversorgung gegen den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Im März gab es vier schwere Stromausfälle in Venezuela.

Die Opposition hingegen spricht von verschleppten Investitionen, Korruption und Missmanagement der Regierung. "Sie haben die Tragödie mit Rationierung im ganzen Land zu verheimlichen versucht, aber das Versagen ist offensichtlich: Sie haben das Stromnetz zerstört und haben keine Antworten", twitterte der umstrittene selbsternannte Gegenpräsident Juan Guaidó am Montag und betonte: "Wir Venezolaner werden uns nicht an diese Katastrophe gewöhnen." Guaidó gehört zu dem radikalsten Teil der venezolanischen Opposition, die jeglichen Dialog mit der amtierenden Regierung verweigert und sich für eine militärische Intervention der USA ausgesprochen hat. 

Venezuelas staatliche Eisenbahngesellschaft teilte mit, der kommerzielle Zugverkehr sei eingestellt worden. Auch die U-Bahn in Caracas war nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders VTV betroffen.

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Glücklicherweise habe die Regierung nach den früheren Aggressionen Sicherheitsprotokolle beschlossen, die eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Stromversorgung erlaubten, hieß es in der Mitteilung der Regierung, die der Informationsminister Jorge Rodríguez im Fernsehen verlas. Auch die Versorgung mit Trinkwasser und medizinischen Leistungen werde sichergestellt. Die Sicherheitskräfte würden für Sicherheit sorgen. Gleichzeitig teilte er mit, dass im Zuge der Reparaturarbeiten sowohl der Schulunterricht an diesem Dienstag als auch Tätigkeiten im Öffentlichen Dienst landesweit ausfallen werden.

Seit Anfang des Jahres liefert sich Staatschef Maduro einen erbitterten Machtkampf mit dem Parlamentspräsidenten Guaidó. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, warf vor wenigen Wochen in einem Bericht sowohl den staatlichen Sicherheitskräften als auch militanten Oppositionellen schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Zudem leidet Venezuela unter einer schweren Versorgungskrise. Aufgrund von Sanktionen der USA und der EU können kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs eingeführt werden. Millionen Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.

(dpa/rt deutsch)

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