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Chinas wachsender Einfluss in der Karibik beunruhigt Washington

Chinas wachsender Einfluss in der Karibik beunruhigt Washington
Während die USA ihre Strategie eines freien und offenen Indopazifiks in der unmittelbaren Nachbarschaft Chinas vorantreiben, weitet die Volksrepublik ihren Einfluss in der Karibik aus. Pekings Bemühungen in der Region gelten als weiterer Eckpfeiler seiner Belt and Road-Initiative.

Mit ihren vergleichsweise kleinen Märkten und recht übersichtlichen natürlichen Ressourcen scheinen die karibischen Inselnationen auf den ersten Blick wenig lohnende Investitionsziele zu sein. Doch für Peking, das allein in den letzten 15 Jahren rund sechs Milliarden US-Dollar in Infrastrukturprojekte auch in diese Region investierte, bildet offenbar auch die Karibik einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt für ihre Belt and Road-Initiative (BRI). Das immer weiter ausgebaute interkontinentale Handels- und Infrastrukturnetz könnte mit der Erschließung der Karibik auch dort die angestrebte wirtschaftliche Vormachtstellung Chinas festigen. Doch auch aus sicherheitspolitischer Perspektive bietet der Vorhof der USA durchaus Potenzial für die Chinesen. 

Das wachsende Interesse der Volksrepublik in der Region wird von zahlreichen Regierungen auch begrüßt, zumal die karibischen Inseln ernsthafte Infrastrukturbedürfnisse haben und sich der Zugang zu Entwicklungsfinanzierungen für Staaten mit einem niedrigen Bruttoinlandsprodukt eher schwierig gestaltet. Mit umfangreichen staatlichen Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten bietet China eine solide Alternative zu ausbleibenden Investitionen anderer Staaten. Seit rund zwei Jahrzehnten investieren chinesische Firmen in Häfen und Seelogistik, Bergbau und Ölunternehmen sowie in die Zucker- und Holzindustrie. Auch die Investments in Ferienorte und Technologieprojekte tragen zu einer Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Volksrepublik und den karibischen Nationen bei. Schätzungen zufolge soll sich der Handel zwischen China und der Karibik zwischen 2002 und 2019 verachtfacht haben.

Chinas stiller und dennoch selbstbewusster wirtschaftlicher Vorstoß in der Region lässt sich nicht zuletzt auch mit einer sicherheitspolitischen Motivation begründen. Denn auch die Karibikstrategie Chinas war und ist untrennbar mit der Ein-China-Politik verbunden. Einerseits pflegen zahlreiche Länder sowohl in der Karibik als auch in Lateinamerika gute Beziehungen zu Taiwan, was die Volksrepublik durch attraktive und umfangreiche Investitionen zu ändern anstrebt. Andererseits sucht Peking unter den karibischen Nationen Partner, die geografisch – analog zu Taiwan vor dem chinesischen Festland – in unmittelbarer Nähe zu den USA liegen. Seit mehr als einem Jahrzehnt hat China einen solchen Partner in Jamaika gefunden. 

Der chinesische Staatsrat und Außenminister Wang Yi

China hat Jamaika Kredite und Fachwissen angeboten, um viele Kilometer neuer Autobahnen zu bauen. Darüber hinaus hat es Sicherheitsausrüstung an Militär und Polizei gespendet sowie ein umfangreiches Netzwerk chinesischer Kulturinstitutionen errichtet. Während der andauernden Corona-Pandemie unterstützte China den Staat – ebenso weitere Länder in der Region – mit einer großen Menge an Test-Kits, Masken und auch Beatmungsgeräten. Des Weiteren hat das China Business Network (CBN) für Jamaikas Handelsentwicklungsagentur eine umfangreiche chinesischsprachige Webseite eingerichtet, um chinesischen Investoren leichteren Zugang zu ermöglichen. Die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten fand 2019 mit der Unterzeichnung eines Memorandums zur Aufnahme Jamaikas in die Belt and Road-Initiative ihren Höhepunkt. 

Der wachsende Einfluss Chinas in der Region wird von der USA mit großer Besorgnis verfolgt. Das Erschließen neuer Handelsrouten sowie der Bau von Häfen und anderer Infrastrukturprojekte festigt Chinas Position in der Region und untergräbt zugleich allmählich die der USA. Die florierenden Beziehungen zwischen Peking und Kingston stellen hingegen für die USA nach deren Wahrnehmung darüber hinaus ein wachsendes Sicherheitsrisiko dar, was man dort nicht zuletzt in der permanenten wirtschaftlichen Präsenz der Chinesen begründet sieht. Pekings Karibikstrategie kontrastiert die von den USA angestrebte Vision eines offenen und freien Indopazifiks – die nunmehr auch in Indien, Japan und Australien Anklang gefunden hat – um dort Chinas Einfluss Einhalt zu gebieten. Während die direkte Auseinandersetzung der beiden Großmächte aufgrund der Corona-Pandemie auf dem Gebiet des Handels gedrosselt scheint, wird sie nun im Kampf um Verbündete in den Einflusssphären des jeweils anderen fortgesetzt. 

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