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Einreise unerwünscht – Mexikaner blockieren Straße zu den USA

Einreise unerwünscht – Mexikaner blockieren Straße zu den USA
Gefahr kann auch aus dem Norden kommen – Reisende aus den Vereinigten Staaten an einem COVID-19-Checkpoint in Ciudad Juárez, Mexiko, 4. Juli 2020.
Die von der US-Regierung versprochene Mauer zu Mexiko wächst, doch derzeit fürchten sich die Mexikaner vor Einreisenden aus den Vereinigten Staaten. Da sie sich von den Behörden unzureichend vor Besuchern aus dem Norden geschützt sehen, haben Bürger selbst Blockaden errichtet.

Bürger im Norden Mexikos zeigten persönlichen Einsatz, um Touristen und Reisende daran zu hindern, das Coronavirus aus den USA einzuschleppen.

Am Wochenende blockierten Bürger in Sonoyta an der Grenze zu Arizona mit ihren eigenen Fahrzeugen die Straße nach Puerto Peñasco, einem bei US-Touristen beliebten Strandort am Meer von Cortés – und sie planen, die Aktion zu wiederholen.

Um den Zustrom von Touristen während des Feiertagswochenendes einzudämmen, hatten Behörden im Voraus Maßnahmen geplant, damit das in den USA stark verbreitete Coronavirus sich nicht ungebremst ausbreiten kann. Allerdings gab es Ausnahmen für Reisende zu dem begehrten Strandort Rocky Point. Das veranlasste die Bewohner der Grenzstadt Sonoyta, welche auf dem Weg nach Rocky Point liegt, zu Eigeninitiative, um den Weg für Reisende zu blockieren.


"Sonoyta Unido Jamás Será Vencido", eine Gruppe von Einwohnern von Sonoyta (Name in Anlehnung an den Liedtitel "Un pueblo unido jamás será vencido"– ein geeintes Volk wird niemals besiegt – der in Chile als Slogan zur Unterstützung des Präsidenten Salvador Allende und später als Hymne des chilenischen Widerstands gegen das Pinochet-Regime genutzt wurde), die befürchteten, dass Reisende das Coronavirus aus Arizona mitbringen, errichtete am Samstag Blockaden an der Grenze und verweigerte Touristen den Zutritt zu ihrer Stadt. Während der Präsident des Kongress- und Besucherbüros, Héctor Vázquez, warnte, dass Besucher für die Wirtschaft von Rocky Point von entscheidender Bedeutung sind, forderten die Bewohner der Grenzstadt, dass der Schutz der eigenen Bevölkerung Vorrang haben müsse. In den USA gibt es mit mehr als drei Millionen die weltweit meisten bestätigten Corona-Infizierten weltweit, bisher sind mehr als 130.000 US-Amerikaner daran gestorben, das Gesundheitssystem ist nicht eben allen US-Bürgern zugänglich. Mehreren US-Grenzstaaten, darunter Arizona und Texas, sind stark betroffen. Berichten zufolge hat US-Präsident Trump versucht, Mexiko dafür verantwortlich zu machen und behauptet, Tijuana sei eine Art Corona-Hotspot. Im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfes hatte Donald Trump versprochen, eine "große schöne Mauer" entlang der Grenze zwischen den USA und Mexiko zu errichten, um so Migranten aus dem Süden und allerhand Probleme der USA, von Krankheiten bis Drogen, fernzuhalten. Erst am Dienstag lobte Trump die Fortschritte beim Bau der Mauer.

Frühere US-Präsidenten, darunter Bill Clinton und George W. Bush, hatten sich für Grenzzäune und Mauern zu Lateinamerika eingesetzt. Aktuell wird der Wunsch nach Abgrenzung zur eigenen Sicherheit von mehreren Seiten lauter. José Ramos Arzate, der Bürgermeister von Sonoyta, bat US-Touristen in einer Erklärung am Samstag höflich darum, von einer Reise nach Mexiko abzusehen.

"Wir haben uns darauf geeinigt, um die Gesundheit unserer Gemeinde angesichts einer beschleunigten Ansteckungsrate mit Covid-19 im Nachbarstaat Arizona zu schützen. Es ist unsere Pflicht als städtische Behörden, die Gesundheit unserer Stadt zu schützen," schrieb Ramos Arzate

Mexiko und die Vereinigten Staaten hatten sich zuvor darauf geeinigt, den Grenzübertritt auf wesentliche Aktivitäten zu beschränken. Bisher war dies hauptsächlich für Reisende in die Vereinigten Staaten durchgesetzt worden, nicht in die andere Richtung.

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Der Bürgermeister von Rocky Point gelobt, sich um die Eindämmung des Virus zu bemühen, wenn Touristen die Stadt wieder besuchen dürften. Doch Einwohner, denen die Maßnahmen nicht ausreichten, errichteten selbst Blockaden, um US-Besucher abzuweisen – so lange, bis die Behörden ausreichenden Schutz bieten würden. Bereits drei Tage hatten die Bewohner sich gegen die Einreise aus den USA gestellt, bis am Dienstag Blockaden aufgelöst wurden.

Am Wochenende des 4. Juli wurden in mehreren Grenzstädten Checkpoints eingerichtet, um Personen zu kontrollieren, die aus den USA einreisen. Ein "sanitärer Filter" in Mexicali verursachte Verzögerungen von mehr als acht Stunden bei 40 Grad Hitze jenseits der Grenze in Calexico, Kalifornien. Nach Angaben lokaler Medien beschlagnahmten Beamte dabei mehr als 2.000 Dosen Bier – in Teilen Mexikos waren während der Pandemie Trockengesetze erlassen worden.

Am Mittwoch begrüßt US-Präsident Trump seinen mexikanischen Amtskollegen, Andrés Manuel López Obrador, im Weißen Haus zu einem Treffen, bei dem es neben dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA wohl auch um die Pandemie gehen soll.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hatte Kanada Ende Juni angekündigt, die Grenze zum Nachbarland USA einen weiteren Monat weitgehend geschlossen zu halten. Sie soll frühestens erst nach dem 21. Juli wieder öffnen. Die zeitweisen Grenzschließungen waren Ende März in Kraft getreten und schon zweimal verlängert worden.

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