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Libyen: Kämpfe um größtes Ölfeld des Landes behindern Wahlvorhaben der UNO

Libyen: Kämpfe um größtes Ölfeld des Landes behindern Wahlvorhaben der UNO
Beschädigte Pipeline im Hafen von Ras Lanuf, Libyen, 10. Juli 2018.
In Libyen sind Kämpfe um das größte Ölfeld des Landes ausgebrochen. Diese könnten die Pläne der Vereinten Nationen für eine nationale Konferenz zu Wahlen und einer neuen Verfassung im kommenden Monat durchkreuzen. Libyen leidet seit sechs Jahren unter einem Bürgerkrieg.

Die libysche, nationale Ölvereinigung (NOC) hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2021 die Ölförderung von einer Million Barrel pro Tag auf über zwei Millionen zu steigern. Die Kämpfe um das größte Ölfeld stellen dieses Ziel in Frage. Das Al-Sharara-Öl-Feld liegt südlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Jeden Tag werden dort 315.000 Barrel Rohöl gefördert. Diese Menge entspricht etwa einem Drittel der gesamtem libyschen Ölförderung.

Symbolbild - Proteste in Benghazi, Oktober 2015

Im letzten Dezember schloss der NOC die Anlage, nachdem lokale Stämme diese beschlagnahmt hatten. Damit wollten sie Tripolos zwingen, gegen die Armut der Region vorzugehen. Seit sechs Jahren herrscht in Libyen Bürgerkrieg. Besonders schlimm ist die Situation im Süden des Landes. Hier kämpfen Stämme um die Vorherrschaft von Schmuggelrouten über die Grenze. 

Truppen der Regierung in Tripolis, die von den Vereinten Nationen unterstützt werden, stellen sich dem Vormarsch der Libyschen Nationalarmee (LNA). Die LNA wird von dem Feldmarschall Khalifa Haftar angeführt. Am Mittwoch sagte ein Sprecher der LNA, die Eroberung des Ölfelds sei ohne große Kämpfe erfolgt. Anderen Berichten nach forderten die Kämpfe um das Ölfeld fünf Menschenleben und 16 Verletzte. Der Vorstoß der Haftar-Armee nach Süden dient, nach Angaben des Feldmarschalls, der Vertreibung von Terroristen und Milizen. 

Die französischen Streitkräfte bestätigten, sie hätten 40 Pickup-Trucks von Rebellen bombardiert, die von Libyen aus in den nördlichen Tschad geflohen seien. Laut Haftar flohen diese vor ihrer Vertreibungsoffensive. 

Für eine von den Vereinten Nationen angestrebte Konferenz gibt es bislang weder Ort noch Datum. Sie könnte jedoch angesichts der Kämpfe auch gar nicht stattfinden. Zum Inhalt hätte sie eine neue mögliche Verfassung und Wahlen gehabt.

Falls Haftar das südliche Ölfeld beschlagnahmt hat, dann hätte er den größten Teil der libyschen Ölproduktion unter seiner Kontrolle und einen erheblichen Einfluss bei künftigen, von der UNO überwachten Wahlen.

Letztes Jahr entgingen der Regierung in Tripolis 930 Millionen Dollar an Einnahmen durch die Kontrolle Haftars über die Ölfelder. Es dauerte lange, bis Haftar die Einnahmen aus dem Öl an die NOC und nicht an eine konkurrierende Ölgesellschaft im Osten des Landes weiterleitete. Der Leiter des NOC fordert eine eigene Garde zur Bewachung der Ölfelder. 

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