icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Äthiopien: Militär spricht von Hunderten von Toten bei der Tigray-Offensive

Äthiopien: Militär spricht von Hunderten von Toten bei der Tigray-Offensive
Mitglieder von Milizen aus der Region Amhara fahren auf ihrem Lastwagen, um der Tigray People's Liberation Front (TPLF) in Sanja, Region Amhara, nahe der Grenze zu Tigray, Äthiopien, entgegenzutreten. 9. November 2020.
Die Spannungen in dem multiethnischen Land Äthiopien haben in den letzten Monaten stark zugenommen. Seit einer Woche spitzt sich die Lage in Tigray im Norden Äthiopiens militärisch zu. Der eskalierende Konflikt droht das Horn von Afrika zu destabilisieren.

Während der seit einer Woche andauernden Militäroffensive der äthiopischen Regierung gegen die Regierungspartei der Region Tigray, TPLF (Tigray People's Liberation Front, dt. Volksbefreiungsfront von Tigray), sind nach Angaben von Addis Abeba Hunderte getötet worden.

Protestierende halten ein Banner mit der Aufschrift

Der staatliche Sender Fana zitierte am Dienstag einen führenden Militärvertreter, der von 500 getöteten Mitgliedern der "Extremistengruppe" sprach.

Allerdings konnten diese Angaben nicht unabhängig nachgeprüft werden, da Tigray derzeit von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten ist. Internet- und Telekommunikation sind kaum möglich. 

Äthiopiens Verteidigungsminister Kenea Yadeta betonte am Mittwoch erneut die Angaben der Regierung, die Offensive in Tigray sei kein Bürgerkrieg, sondern eine "Maßnahme des Gesetzesvollzugs". Auf der anderen Seite ist die Gefahr eines Bürgerkrieges sehr hoch. Denn in bestimmten Regionen sollen die Kämpfer der TPLF nun von sympathisierenden Anhängern der Oromo-Befreiungsfront (OLF) unterstützt werden, wie am Dienstag Generalleutnant Bacha Debele in einer Erklärung mitteilte.

Addis Abeba hatte nach Monaten der Spannungen zwischen der äthiopischen Regierung und der TPLF vor einer Woche eine Offensive gegen die Rebellengruppe und Regierungspartei von Tigray begonnen.

Die TPLF war die dominante Partei in der Parteienkoalition, die Äthiopien mehr als 25 Jahre lang mit harter Hand regierte. Dies änderte sich, als Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam: Er brachte Reformen auf den Weg, entfernte Funktionäre der alten Garde und gründete eine neue Partei, der die zuvor in der Parteienkoalition vertretene TPLF nicht beitrat.

Mindestens 166 Tote bei Protesten und ethnischen Spannungen in Äthiopien. Auf dem Bild: Eine äthiopische Militärpatrouille in Addis Ababa, 2. Juli 2020

Die TPLF und viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und wünschen sich größere Autonomie. Unter Abiy – der im Vorjahr den Friedensnobelpreis erhielt – haben die ethnischen Spannungen und Konflikte in dem Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern zugenommen. Analysten warnen bereits vor einem Konflikt, der die Region destabilisieren könnte.

Ministerpräsident Abiy Ahmed lehnt Verhandlungen mit der Regionalregierung ab, die er als "illegal" bezeichnet. Bis die herrschende "Clique" inhaftiert und ihr Waffenarsenal zerstört sei, kämen Verhandlungen nicht infrage.

Großbritannien und die Afrikanische Union riefen Abiy auf, den Konflikt zu deeskalieren, weil er die strategisch empfindliche Region des Horns von Afrika destabilisieren könnte.

Nach Angaben der Associated Press (AP) könnten 200.000 Menschen aufgrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts im Norden Äthiopiens in den Sudan fliehen. Rund 6.000 Menschen haben bereits die Grenzen zum Sudan überquert, einige unter ihnen sind verletzt. Die Zahl der Flüchtlinge wächst rapide an. Laut AP hat der Sudan die Grenze inzwischen geschlossen.

Mehr zum Thema -  Äthiopien beharrt auf Stausee-Füllung: Kein Aufschub in Sicht

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen