Jemen: Illegale Seeblockade, Bombardements und Bodenoffensive angeführt durch Saudi Arabien und der Westen schweigt

Saudische Panzereinheiten nahe der jemenitischen Hafenstadt Aden
Saudische Panzereinheiten nahe der jemenitischen Hafenstadt Aden
Saudi Arabien interveniert seit März dieses Jahres ohne jegliches völkerrechtliches Mandat mittels Luftbombardements, einer umfassenden Seeblockade, der Instrumentalisierung lokaler Milizen sowie durch eigene Truppen und Panzer im Jemen. Die Situation eskaliert jeden Tag mehr. In Reaktion auf die saudische Invasion haben nun jemenitische Truppen, die den als pro-iranisch geltenden Huthi-Rebellen nahe stehen, am Mittwoch eine ballistische Scud-Rakete auf Saudi Arabien abgefeuert.

„Die Armee des Jemen feuerte eine ballistische Scud-Rakete sowjetischer Bauart auf Dschizan“, erklärte der von den Huthi geführte Fernsehsender Al-Maseera TV auf seinem Twitter-Account. Dschizan ist eine Stadt in Saudi Arabien. Sie liegt im Südwesten der Arabischen Halbinsel am Roten Meer.

Quelle: Ruptly

Einwohner der jemenitischen Hauptstadt, Sanaa, behaupteten, den Start einer Scud-Rakete gehört zu haben, die von einer Startrampe in der Nähe von Sanaa abgefeuert worden wäre. Unmittelbar darauf habe die saudische Luftwaffe mit Schlägen gegen den Präsidentenpalast und ein Militärdepot reagiert.

Seit dem 26. März führt Riad eine Anti-Huthi-Koalition im Jemen an. Die Saudis versuchen, den von Huthi-Milizen gestürzten Präsidenten wieder an die Macht zu bringen, um so im Interesse der Führung in Riad den Einfluss der Iraner auf der Arabischen Halbinsel zu bannen.

Huthis hingegen behaupten, dass ihr Aufstieg zur herrschenden Macht im Land eine Revolution gegen eine korrupte Elite sei, die von Saudi Arabien und dem Westen finanziert werde.

Zuvor wurde bereits zweimal während des mittlerweile seit fünf Monaten anhaltenden Konflikts eine Scud-Rakete vom Jemen aus auf das Territorium von Saudi Arabien abgeschossen. In beiden Fällen wurden die Boden-Boden-Raketen von US-amerikanischen Raketenabwehrsystemen vom Typ Patriot abgefangen. Es ist unklar, ob der jüngste Abschuss sein Ziel erreichte.

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Bei Zusammenstößen im saudischen Grenzgebiet zum Jemen sind zwei Soldaten und ein Brigadegeneral der Monarchie gestorben.

Die staatliche Nachrichtenagentur von Jemen, Saba, die mittlerweile von den Huthis kontrolliert wird, erklärte, dass die königliche Luftwaffe von Saudi Arabien alleine am Dienstag auf eine jemenitische Militärbasis in der Provinz Saada 100 Luftschläge durchführte. Die Berichte konnten bislang nicht bestätigt werden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Vorgehen Riads im südlichen Nachbarland auf das Schärfste und erklärte, dass im Jemen eine humanitäre Katastrophe drohe. Saudische Luftschläge zerstörten Marktplätze und Wohnhäuser. Dabei seien dutzende Zivilisten gestorben.

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