Vom Westen unbemerkt? Saudi Arabien startet umfassende Boden-Invasion mit über 100 Panzern im Jemen

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Saudi Arabien hat am Donnerstag hunderte Kampfpanzer und -truppen in den Jemen zur Unterstützung des gestürzten Präsidenten Hadi entsandt. Zuvor hatte die saudische Luftwaffe monatelang Stellungen der Huthis bombardiert ohne jedoch deren militärischen Widerstand brechen zu können. Weder Saudi-Arabien noch der Westen sprechen offiziell von einer Invasion, Augenzeugenberichte und Ruptly-Videoaufnahmen sprechen jedoch eine deutliche Sprache.

Laut Augenzeugenberichten sollen allein in den vergangenen 48 Stunden an die hundert saudische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge den saudisch-jemenitischen Grenzposten Wadia, im Norden des Landes, überquert haben.

Militärquellen aus Jemen bestätigten gegenüber der Nachtrichtenagentur AFP:

„Dutzende Panzer, bewaffnete Fahrzeuge, Militärtransporter und hunderte von Saudi Arabien ausgebildete jemenitische Soldaten kamen über Nacht in den Jemen.“

Eine andere Militärquelle führte hingegen an, dass es sich um Lieferungen für den „Volkswiderstand und die Nationalarmee“ handle, Truppen die ankamen, seien bereits zu Anfang des Jahres geflohen, nur um jetzt zurückzukehren und für den im saudischen Exil lebenden Präsidenten Abed Rabbo Mansour Hadi zu kämpfen.

Den Vernehmungen zufolge sei das aus Saudi Arabien stammende Militärgerät auf dem Weg in die zentral-jemenitischen Provinzen Marib und Schabwa, wo die Kämpfe zwischen pro-iranischen Huthis und Hadi-treuen Milizen noch im vollen Gange sind.

Bereits zu Anfang der Woche sollen rund 2.800 – vor allem emiratische – Soldaten der Saudi-geführten Koalition gegen die schiitischen Huthis in Jemen eingedrungen sein. Teil des Corps sollen saudische Spezialeinheiten, Geheimdienstler und logistisches Personal sein.

Es ist das bisher größte Militärkontingent, das Jemen seit der Luftoperation der Saudis im späten März betreten hat. Der Grund für Bodenoperationen dürfte der sehr schleppende Erfolg der Hadi-Milizen sein. Der saudische Luftkrieg allein konnte den Widerstand der Huthis nicht brechen.

Inmitten der eskalierenden militärischen Operationen steht die Zivilbevölkerung Jemens vor einer humanitären Krise. Nach Angaben der UN sind seit Ausbruch des jemenitischen Bürgerkrieges mehr als 1.600 Zivilisten gestorben, mehr als 3.800 wurden verletzt und eine halbe Million Menschen seien vertrieben worden.

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