"Zu Land, zu Luft, zu Wasser" - NATO-Spezialisten helfen nun auch bei Moderniserung der ukrainischen Kriegsflotte

Quelle: George Chernilevsky
Quelle: George Chernilevsky
Ein Krieg ist nicht nur auf dem Landweg zu gewinnen. Aus dieser Logik heraus hat die Kiewer-Regierung, trotz der sehr angespannten wirtschaftlichen Lage, ein Modernisierungsprogramm für ihre Kriegsmarine ins Leben gerufen. Seit Mittwoch weilen in diesem Kontext NATO-Spezialisten in der Ukraine, um der Kiewer-Regierung bei Wiederaufbau und Modernisierung der Kriegsflotte zu unterstützen und Vorbereitungen für das NATO-Seemanöver "Seebrise" in der Ukraine, an der sich auch die deutsche Marine beteiligt, zu treffen.

Um konkrete Schritte zu diskutieren, hat sich diese Woche eine ausgewählte Delegation von NATO-Offizieren mit ukrainischen Vertretern der Kriegsmarine in Kiew getroffen. Schon nach mehreren Konsultationen wurde eine Agenda definiert, welche „die Konzeption der operativen Möglichkeiten, die Ausarbeitung der Struktur des Steuerungssystems, die Durchführung von Operationen zur Überwachung des Meeres und die Kontrolle des Hochseeschiffsverkehrs“ umfassen solle.

Quelle: US-Army Europe

Am Donnerstag inspizierten die NATO-Vertreter auch den Ausbau des Marinestützpunktes in Mykolajiw. Der Nachrichtenagentur Sputnik zufolge sei zudem noch der Besuch bei einer Luftwaffeneinheit der ukrainischen Marine vorgesehen.

Zuvor hatten die US-amerikanischen und kanadischen Militärberater noch das Vorzeigeschiff der Ukraine, die Fregatte „Getman Sagajdatschny“ in Odessa, besichtigt.

Der Sprecherin des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Viktoria Kuschnir, zufolge sei die NATO-Delegation aber auch in die Ukraine gereist, um Vorbereitungen für ein von der NATO geführtes Manöver zu treffen. Überdies soll die Ausbildung von Pionieren unterstützt werden.

Bereits im April hatte der ukrainische Präsidenten Petro Poroschenko angekündigt, dass die ukrainische Kriegsflotte im Bereich von Kampfvorbereitung,  Aufklärung und Waffensystemen NATO-Standards angepasst werden soll. Für den Westen ist dieser "Modernisierungskurs" zudem ein lukratives Rüstungsgeschäft.

Quelle: Ruptly

Im Dezember 2014 hatte das ukrainische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das den bis dato existierenden blockfreien Status der Ukraine annullierte. Poroschenko erklärte zuvor, dass die Ukraine in fünf bis sechs Jahren dem westlichen Militärbündnis beitreten wolle.