"Potenzial für eine weitere Offensive" - Kommandeur der US-Armee in Europa plant weitere Militärhilfen für die Ukraine

Quelle: US-Army Europe
Quelle: US-Army Europe
Um die Ukraine vor einer durch Russland provozierten „Zerrissenheit“ zu bewahren, erwägt Washington seine militärische Unterstützung für die Ukraine auszubauen. Voraussichtlich im November sollen die USA mit der weiteren Ausbildung von ukrainischen Soldaten und Spezialeinheiten beginnen. Derweil hat US-Präsident Barack Obama dem ukrainischen Premierminister, der derzeit auf Staatsbesuch in Washington weilt, versprochen, die Anti-Russland Sanktionen weiterhin aufrecht zu erhalten.

Wie der Kommandeur der US Armee in Europa, Ben Hodges, mitteilte, überlegt die US-amerikanische Regierung, noch mehr Sicherheitskräfte in der Ukraine zu trainieren. Ziel der Ausbildung sei die Stärkung des ukrainischen Militärs in ihrem Kampf im Osten des Landes gegen "Regierungsgegner".

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Laut Hodges soll das Training für die Soldaten und Spezialeinheiten des ukrainischen Verteidigungsministeriums im November 2015 beginnen. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. Vorab muss dem Vorschlag noch der "EU-Partner" zustimmen.

Bereits jetzt bilden US-Kommandeure die Nationalgarde des Landes aus. Fokus der neuen Trainingseinheiten soll auf "taktischen Einsätzen" liegen, insbesondere auf "lebenserhaltende Maßnahmen in sehr stark umkämpften Gebieten". Hodges  erklärte in diesem Zusammenhang, es würde sich hierbei um "eine sehr wirksame Weise handeln, ihnen zu helfen, die nicht unbedingt Waffen erfordert".

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Vor allem gehe es Russland, nach Meinung des US-Kommandeurs, nicht um die Kontrolle über die Ostukraine, sondern vielmehr um den Wunsch, eine "brodelnde, zerrissene Ukraine" zu kreieren. Und die Zeit drängt, erklärte Hodges:

"Wir sind jetzt wahrscheinlich an einem Punkt, an dem es ein Potenzial für eine weitere Offensive gibt."
Währenddessen sprach sich Barack Obama gemeinsam mit seinem Vize Joe Biden erneut für die Aufrechterhaltung der Sanktionen gegen Russland aus.

So versprachen beide Politiker beim Besuch des ukrainische Premierministers Arsenij Jazenjuk am Montag in Washington die Beibehaltung der Anti-Russland Sanktionen und lobten das ukrainische Parlament für die bereits getätigten Reformfortschritte.

Wie der Pressesprecher des Weißen Hauses zudem mitteilte, setze sich die US-Regierung verstärkt "für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine" ein und begrüße die ukrainische "Ambition", die ökonomischen Reformen im Lande weiter voranzutreiben.

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