Russische Föderation besorgt angesichts der massiven Zunahme an „Dschihad-Touristen“

Screenshot von IS-Propagandavideo
Screenshot von IS-Propagandavideo
Rund 2.200 russischstämmige Bürger kämpfen in den Reihen dschihadistischer Organisationen in Syrien und Irak, teilte der stellvertretende russische Außenminister Siromolotow mit und gab zu bedenken, dass „die Zahlen allmählich alarmierend werden“.

„Mittlerweile kämpfen rund 2.200 Menschen aus Russland in Syrien und dem Irak”, sagte Oleq Siromolotow der Nachrichtenagentur TASS am Dienstag. „Darunter befinden sich rund 500 Kämpfer aus Europa, die im Westen entweder eine Staatsbürgerschaft, einen Aufenthaltstitel oder Flüchtlingsstatus erhielten“, betonte der Minister.

Aus den Erhebungen schloss Siromolotow, dass es für Russland unabdinglich sei, „allen Bewegungen“ des selbsternannten „Islamischen Staates“ und anderer militanter Gruppen mit Stoßrichtung Russland, dessen Bürgern oder Institutionen den Kampf anzusagen. Dies stelle die Regierung vor eine neue Herausforderung.

Der Minister führte an:

„Wir analysieren die kriegerischen Aussagen von IS-Führern hinsichtlich der Überführung des ‚Dschihads‘ in den Nordkaukasus und nach Zentralasien auf das Genauste.“
Eine signifikante Bedrohung gehe dem Diplomaten zufolge vor allem von Terroristen aus, die in den Nahen Osten reisen, um sich militanten Gruppen anzuschließen, und später in ihre Heimatländer zurückkehren. Dort widmen sie sich oftmals der Rekrutierung neuer Kämpfer und dem Trainieren fanatisierter Mitglieder.

Siromolotow fügte hinzu:

„Es ist klar, dass sie nicht nur ihr terroristisches Potenzial mitbringen, sondern auch radikale Ideen, die eine Quelle negativer Beeinflussung unserer Gesellschaft sind, vor allem, wenn es um das schwächste Glied geht – die Jugend, die Gläubigen.“
Der Diplomat glaubt, dass derzeit Radikale aufgrund der „Spaltungen“ und Auflösung von Staaten und staatlicher Strukturen „den Informationskrieg gewinnen“, die eben dafür geschaffen seien, den Kampf gegen den Terrorismus zu führen.

Quelle: The U.S. Army/CC BY 2.0

Erst im vergangenen Januar schätzte das „Internationale Zentrum für Radikalisierungsforschung“, dass sich über 20.000 Menschen aus über 100 Ländern verschiedensten militanten Gruppierungen, darunter dem „Islamischen Staat“, angeschlossen hätten. Davon soll alleine jeder Fünfte aus Westeuropa kommen, ganz oben stehen dabei Großbritannien und Deutschland. Andere Länder, deren Zustrom die Marke von 1.000 Bürgern übersteigt, sind Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien und Tunesien.

Der „Islamische Staat“ ist bereits seit 2012 in Syrien aktiv, im Irak seit dem Juni 2014, als die zweitgrößte Stadt des Landes, Mosul, überrannt wurde.

 

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