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Durchbruch im US-Handelskrieg mit China: Was man über das Teilabkommen wissen sollte

Durchbruch im US-Handelskrieg mit China: Was man über das Teilabkommen wissen sollte
Das begrenzte Abkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt wurde an den Börsen und von internationalen Organisationen begrüßt. Dennoch gibt es auch viele Befürchtungen, dass das Abkommen keineswegs fehlerfrei ist und notwendige Details fehlen.

In Washington und Peking wurde am Freitag bekanntgegeben, dass man schlussendlich eine "historische und durchsetzbare Vereinbarung" über ein Phase-1-Abkommen erzielt habe, das drohende Zollerhöhungen, die am Sonntag wirksam werden sollten, aufhebt und einige der bestehenden Zölle senkt.

Was beinhaltet der Deal?

Die USA werden die zu leistenden Abgaben auf Waren im Wert von rund 120 Milliarden US-Dollar chinesischer Importe von 15 auf 7,5 Prozent senken. Allerdings bleiben Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar in Kraft. China kündigte zwar nicht die Senkung oder gänzliche Abschaffung der bestehenden Zölle für US-Einfuhren an, stimmte aber zu, in den nächsten zwei Jahren die Importe US-amerikanischer Waren auf rund 200 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, was insbesondere auch die für die USA essenziell wichtigen Agrarprodukte einschließt.

Das Abkommen sieht strukturelle Reformen auf chinesischer Seite vor, unter anderem in den Bereichen geistiges Eigentum, Technologietransfer, Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Währung und Devisen.

"Großartiger Deal für alle"

Zahlreiche Unternehmensgruppen, internationale Organisationen und Staatbedienstete lobten das Abkommen, das den Anstoss zur Beendigung des langjährigen US-amerikanischen Handelskrieges mit China bringen könnte. Die Leiterin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kristalina Georgiewa erklärte, dass der Schritt helfen könnte, die Handelshemmnisse zu verringern. Außerdem könnte er ein Schritt nach vorn, zu einem umfassenden Abkommen, sein.

Am Samstag sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin gegenüber CNBC, dass nicht nur die USA von dem "historischen" Schritt profitieren werden, sondern auch das globale Wachstum angekurbelt wird. Zuvor bezeichnete US-Präsident Donald Trump das Abkommen als "einen großartigen Deal für alle" und trat von seiner früheren Drohung zurück, bis zur Wahl 2020 zu warten, um eine Einigung zu erzielen.

Die US-Aktienindizes erreichten am Freitag nach der Ankündigung der Einigung ein Rekordhoch und beendeten den Handelstag im positiven Bereich.

Kein Grund, den Champagner zu öffnen

Allerdings teilten am Freitag nicht alle den Optimismus über diese Deeskalation. Goldman Sachs wies gegenüber CNBC darauf hin, dass der US-Zollabbau nur halb so groß sei wie vorher vermutet. Der Chefökonom von Goldman Sachs, Jan Hatzius, sagte:

Es besteht immer noch eine gewisse Unsicherheit über den Status dieses Abkommens, da sich wieder einmal einige technische und rechtliche Details in Bewegung befinden.

Chinesisches Containerschiff im Hafen von Qingdao/China (Bild vom 19.10.2018).

Der Senator Chris Murphy von den Demokraten zeigte sich ebenfalls unzufrieden mit dem Deal und präsentierte seine eigenen Überschlagsrechnungen auf Twitter. Er behauptete, dass die US-Wirtschaft aufgrund von Trumps Zollmanövern zehn Milliarden US-Dollar einbüße. Murphy erklärte, dass Peking zwar voraussichtlich zusätzliche 29 Milliarden US-Dollar an Agrarprodukten kaufen wird, während aber die Zölle die US-Landwirte elf Milliarden US-Dollar kosteten und die Steuerzahler außerdem 28 Milliarden US-Dollar an Notfallzahlungen für sie aufbringen mussten.

Der Senator fügte hinzu, dass auch Menschen in anderen Wirtschaftssektoren Arbeitsplätze verlieren werden, da nicht alle Zölle gestrichen werden und das ein schlechter Deal bleibe, "egal wie man ihn bewertet".

Scott Kennedy vom Center for Strategic and International Studies schrieb:

Entschuldigen Sie, wenn ich nicht den Champagner öffne, denn abgesehen von der Aufhebung einer weiteren Eskalation gibt es nicht viel, was es zu bejubeln lohnt.

Kennedy glaubt, dass das Abkommen, das noch übersetzt und unterzeichnet werden muss, den fast zweijährigen Kampf nicht wert sein könnte, da China hier zumindest kurzfristig der klare Gewinner sei. Er stellte fest, dass der Deal fragil sei und leicht zusammenbrechen könnte, wenn beide Seiten "unerwünschte Aktionen" unternehmen.

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