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Zinsentscheid der EZB entlastet deutsche Banken um 520 Millionen Euro

Zinsentscheid der EZB entlastet deutsche Banken um 520 Millionen Euro
Er wird in Deutschland wegen seiner Geldpolitik gerne der "Schrecken der Sparer" genannt: Mario Draghi, der scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) während der Pressekonferenz in der EZB am 12. September 2019.
Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Einlagenzinsen der Banken weiter abzusenken, wird weithin in Deutschland kritisiert – insbesondere vom Bankenverband. Dabei rechnet dieser selbst mit einer Entlastung der deutschen Banken durch die EZB-Maßnahme.

Die neuen Regelungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sehen eine weitere Senkung der Einlagenzinsen für Kreditinstitute von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent vor. Nominell erhöhen sich damit die Strafzinsen für die Institute, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank "parken". Zugleich nehmen die Hüter des Euro jedoch zukünftig einen Teil der Überschussliquidität jener Geldinstitute von den Strafzinsen aus.

Das Handelsblatt schreibt zusammenfassend zum neuen Maßnahmenpaket der EZB:

Die Notenbank senkt die Zinsen und signalisiert Investoren und Sparern, dass sie sich noch sehr lange Zeit mit niedrigen Sätzen abfinden müssen. Außerdem will sie ab November ihre Anleihekäufe neu starten. Die Banken, deren Vertreter seit Wochen vor niedrigeren Zinsen warnen, sollen aber durch ein sogenanntes Tiering, also eine Staffelung des Einlagenzinses, und durch noch günstigere Konditionen für Langfristkredite entlastet werden.

"Das Paket ist ziemlich wirkungsvoll, sowohl kurz- als auch langfristig", zitiert das Handelsblatt den scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi, der die geldpolitischen Maßnahmen mit dem anhaltenden wirtschaftlichen Abschwung, Risikofaktoren wie dem Handelskrieg und mit der Abwärtskorrektur der Inflationsprognosen begründete.

Weiter berichtet das Handelsblatt von einer Anfrage am 13. September seitens der Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg an den Bundesverband deutscher Banken (BdB). Demnach erklärte der BdB auf der Grundlage eigener Berechnungen, dass deutsche Banken infolge der neuen Zinsentscheidung der EZB netto um etwa 520 Millionen Euro pro Jahr entlastet werden. Die alte Zinsregelung habe die Institute knapp 2,4 Milliarden Euro jährlich gekostet. Künftig würden hingegen nur noch 1,9 Milliarden Euro jährlich als Strafzinsen fällig. Ohne die neu eingeführte Staffelung wären die jährlichen Einlagenzinsen auf drei Milliarden Euro gestiegen.

Andere Berechnungen gehen – dem Focus zufolge – von noch höheren Entlastungen durch die an der Schweiz orientierte neue, gestaffelte Einlagenzinsregelung der EZB aus. Europaweit würden sich die Strafzinsen für das Bankwesen nur noch auf sechs statt neun Milliarden Euro jährlich belaufen. Für die deutschen Geldinstitute ergäbe sich damit sogar eine Entlastung von 900 Millionen Euro pro Jahr, gegenüber der BdB-Schätzung von "nur" 520 Millionen Euro.

Auch die – unter anderem vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) lancierte – Spekulation über "Negativzinsen" für deutsche Sparer, die sich aus der drohenden Abwälzung der durch die EZB erhöhten Strafzinsen für die deutschen Banken auf deren Kunden zwangsläufig ergäben, wird durch die eigenen Berechnungen des Bankenverbandes nicht gestützt – sondern im Gegenteil entkräftet.

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