icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Südsudan verhandelt Beitritt zur Welthandelsorganisation

Südsudan verhandelt Beitritt zur Welthandelsorganisation
Der Eingang zum WTO-Hauptquartier in Genf.
Das jüngste Land der Erde, der Südsudan, ist in Beitrittsverhandlungen mit der Welthandelsorganisation (WTO) eingetreten. Das erste Treffen der Delegierten fand am 21. März in Genf statt. Ein mittelfristiger Beitritt der jungen afrikanischen Nation gilt als wahrscheinlich.

Auf der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe zum Beitritt des Südsudan zur WTO am 21. März 2019 in Genf bekundeten die anwesenden Vertreter der WTO-Mitgliedsstaaten ihre Unterstützung für die Zusammenarbeit mit der jüngsten Nation der Welt, um deren Beitrittsverhandlungen zügig voranzutreiben. Der Südsudan hat zugesagt, den WTO-Beitritt auch als Instrument der Friedensförderung zu nutzen.

Der Chefunterhändler und Präsidentenberater für wirtschaftliche Angelegenheiten, Aggrey Tisa Sabuni, leitete die 13-köpfige Delegation aus dem Südsudan. Zu dieser gehörten auch hochrangige Vertreter des Ministeriums für Handel, der Industrie und der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), des Mineralölministeriums, des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit und der Bank von Südsudan sowie ein Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung.

Sabuni sagte, dass Juba sich "dazu verpflichtet hat, die erforderlichen Reformen für den WTO-Beitritt in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit, der Transparenz, der verantwortungsvollen Staatsführung und der Achtung der Menschenrechte durchzuführen". In Bezug auf die laufende Umsetzung des im September 2018 unterzeichneten Friedensabkommens sagte er:

Worte sind nicht genug. Die eigentliche Frage ist, ob die Führung den Hebel hat, es besser zu machen. Durch Institutionen wie die WTO können wir unser Engagement für Reformen [effektiver] unter Beweis stellen.

Der Chefunterhändler betonte auch, dass der Südsudan neben Erdöl, das derzeit fast 90 Prozent der Haushaltseinnahmen, 60 Prozent seines BIP und 95 Prozent der Exporte ausmacht, nur wenig weitere Güter exportiere. Studien hätten jedoch gezeigt, dass der Südsudan ein erhebliches Potenzial in der Landwirtschaft, im Bergbau, in der Fischerei, in der Forstwirtschaft und im Tourismus besitze.

Der Südsudan ist mit vielen natürlichen Ressourcen gesegnet, die aufgrund jahrelanger Instabilität und Konflikte, fehlender klarer Regeln, Vorhersehbarkeit und Transparenz größtenteils ungenutzt sind. Dies ist für Investoren von großer Bedeutung.

"Dementsprechend glauben wir, dass die Öffnung gegenüber dem Rest der Welt von entscheidender Bedeutung ist, um ausländische Investitionen anzuziehen, die erforderlich sind, um das Potenzial des Südsudan in anderen Sektoren zu entwickeln und zu verwirklichen, einschließlich des Aufbaus der Industrie und der verarbeitenden Gewerbe", fügte Sabuni hinzu. Auch ginge es um die Schaffung von Arbeitsplätzen, besonders für junge Menschen.

Der stellvertretende Generaldirektor der WTO, Alan Wolff, sagte zu den Beitrittsverhandlungen:

Ich denke, der wohl überzeugendste Grund für Optimismus für das multilaterale Handelssystem ist, dass konfliktbetroffene Länder wie der Südsudan in der WTO […] einen Weg in Richtung Wirtschaftswachstum sehen.

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt. Er erlangte am 11. Juli 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan und reichte im April 2012 seinen Antrag auf Beobachterstatus bei der WTO ein. Der Prozess kam zum Erliegen, als im Land ein Bürgerkrieg ausbrach, der aber mittlerweile als beigelegt gilt.

Neben industriellen Rohstoffen könnte sich das Land auch in einen bedeutenden Kaffeelieferanten entwickeln. Die Marke Nespresso des Industriegiganten Nestlé ist durchaus bereit, den durch den Bürgerkrieg ins Stocken geratenen Kaffeeanbau zeitnah wieder aufzunehmen.

Mehr zum ThemaWeltmeister im Verklagen: Die Vereinigten Staaten und die WTO

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen