Ökonomin: Chinas Neue Seidenstraße würde den Welthandel deutlich ankurbeln

Ökonomin: Chinas Neue Seidenstraße würde den Welthandel deutlich ankurbeln
Chinas ehrgeizige, mehrere Billionen US-Dollar schwere Belt and Road Initiative (BRI) könnte das Volumen des Welthandels um bis zu 12 Prozent steigern und die Transaktionskosten für die beteiligten Länder halbieren, meint ING Senior Economist Joanna Konings.

Der Handel zwischen Asien und Europa, den Handel zwischen den EU-Ländern nicht eingerechnet, macht 28 Prozent des Welthandels aus, so dass die Erleichterung dieser Handelsströme eine potenziell große Auswirkung hat",

sagte Konings, die auf internationale Handelsanalysen spezialisiert ist.

Der Umfang dieser Auswirkungen hängt von der Empfindlichkeit des Handels gegenüber Veränderungen der relativen Kosten ab", fügte sie hinzu.

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Die Länder Osteuropas und Zentralasiens werden nach Einschätzung der Ökonomin am meisten profitieren. Sie wies darauf hin, dass der Nutzen davon abhänge, wo und wie stark die Handelskosten sinken werden.

Wachstum beträgt bereits im konservativsten Szenario vier Prozent

Konings erläuterte drei mögliche Szenarien mit einer unterschiedlichen Anzahl an Ländern, die von der Initiative betroffen sein könnten, und ging dabei von einem 50-prozentigen Kostenrückgang aus. Im konservativsten Fall, der nur Länder entlang des eurasischen Wirtschaftskorridors (VR China, Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen) umfasst, werde die neue Seidenstraße den Welthandel um vier Prozent steigern.

Im optimistischsten Szenario, an dem sowohl die BRI-Länder als auch deren Partner beteiligt sind, werden die Länder Zentralasiens und Osteuropas die größten Gewinne verzeichnen. Das Handelsvolumen für Russland, Kasachstan, Polen, Nepal und Myanmar würde um schätzungsweise 35 bis 45 Prozent steigen. Die Volksrepublik China würde ihren Handel um etwa 20 Prozent steigern können, schätzt Konings.

Wenn die Handelskosten nur langsam sinken, werden die Auswirkungen auf das Wachstum des Welthandels in einem bestimmten Jahr gering sein",

sagte sie. Allerdings könnten "deutliche Rückgänge der Handelskosten, auch über einen längeren Zeitraum, zu großen Auswirkungen auf den internationalen Handel führen".

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