Deutsche Unternehmen könnten zu den Verlierern der neuen Russland-Sanktionen werden

Deutsche Unternehmen könnten zu den Verlierern der neuen Russland-Sanktionen werden
Deutsche Firmen, die in Russland tätig sind, müssen durch die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland mit enormen finanziellen Verlusten rechnen, warnte die Deutsch-Russische Handelskammer. Die von den USA verursachten Verluste könnten in die Milliarden gehen.

"Im schlimmsten Fall könnten die Verluste der Unternehmen fast 1,5 Milliarden Euro betragen", so die Handelslobby. Der gesamte deutsche Geschäftsaufbau in Russland werde durch den Druck der USA als Geisel genommen, so der Vorsitzende der Kammer, Matthias Schepp.

Vergangene Woche berichtete das Wall Street Journal, dass Deutschland plane, US-Präsident Donald Trump zu bitten, deutsche Unternehmen von den neuen US-Sanktionen gegen Russland zu verschonen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel werde das Thema noch im April bei Trump ansprechen, schreiben US-Medien.

Die Deutsch-Russische Handelskammer warnte, dass deutsche Unternehmen, die in Russland tätig sind, enge Partnerschaften mit Unternehmen und Einzelpersonen unterhielten, die in der jüngsten Runde der US-Sanktionen ins Visier genommen wurden. Der russische Automobilkonzern GAZ Group, der Metallurgie- und Energiekonzern Renova, die globale Aluminiummarke RUSAL und Gazprom-Chef Alexei Miller sind Schlüsselfiguren bei Geschäftsabschlüssen deutscher Unternehmen in Russland.

Das Gebäude der deutschen Botschaft in Moskau.

Handelskammer-Chef Schepp ist davon überzeugt, dass die Sanktionen lediglich zum Nachteil der deutschen Investoren ausfallen. Russland sei nicht isoliert, und wenn seine europäischen Partner von Geschäften mit dem Land abgeschnitten würden, würden asiatische Unternehmen nicht zögern, sie zu ersetzen, gab Schepp zu bedenken.

"Wenn deutsche und US-amerikanische Unternehmen bei ihrer Arbeit in Russland auf Hürden stoßen, werden asiatische Unternehmen, vor allem chinesische Firmen, nach und nach die freie Nische besetzen", so Schepp.

"Es ist derzeit nicht klar, welche Auswirkungen die engere Zusammenarbeit zwischen dem 'russischen Bären' und dem 'chinesischen Drachen' langfristig auf westliche Interessen haben könnte", fügte der Kammer-Vertreter aus Deutschland hinzu.

Auch der Deutsche Ausschuss für Osteuropäische Wirtschaftsbeziehungen kritisierte die Sanktionen und erklärte in einer Botschaft an RT:

Deutsche Unternehmen befürchten einen kurzfristigen Verlust des laufenden Geschäftsbetriebs in dreistelliger Millionenhöhe. Darüber hinaus kann zum Beispiel die kurzfristige Kündigung von Verträgen mit Lieferanten zu Produktionsausfällen entlang der gesamten Produktionskette führen, da zunächst ein Ersatz (in gleicher Qualität) gefunden werden muss. Ein Unternehmen kann auch von direkten Sanktionen betroffen sein, wenn es als Vermittler die Produkte eines Unternehmens auf der Sanktionsliste an ein US-Unternehmen oder einen US-Bürger verkauft.

Konkurrenten aus China, Japan und Südkorea könnten zusätzliche Marktanteile gewinnen, wenn Deutschland sie verliere. Der Bericht empfiehlt Bundesregierung und EU, ihren Widerstand gegen die extraterritoriale Anwendung der US-Sanktionen deutlich zu machen und EU-Unternehmen bei Bedarf vor Sanktionen zu schützen.

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