USA - Ungleiche Staaten von Amerika: Statistik ergibt erschreckendes Bild

USA - Ungleiche Staaten von Amerika: Statistik ergibt erschreckendes Bild
Durch die Gesellschaft der Vereinigten Staaten geht ein Riss. Die Lebensumstände von Afroamerikanern und Weißen sind nicht gleich. Eine Auswahl von Zahlen dazu.

Arbeit

Die Arbeitslosigkeit bei Afroamerikanern ist seit langem deutlich höher als bei der weißen Bevölkerungsmehrheit - auch wenn sich die Lücke zuletzt etwas geschlossen hat. Einer Quote von 4,1 Prozent bei Weißen steht ein Wert von 6,7 Prozent bei Schwarzen gegenüber.

Auffällig sind große Unterschiede unter den Geschlechtern, etwa beim Anteil der Beschäftigten. Während der Prozentsatz hier bei schwarzen Frauen im Jahr 2016 erstmals über den weißer Frauen stieg, liegen schwarze Männer deutlich zurück. Die Beschäftigungsquote verharrt dort seit dem Jahr 2000 durchweg elf bis 15 Prozentpunkte unter der von weißen Männern.

Schwarze Männer verdienten im Jahr 2016 rund 30 Prozent weniger als weiße Männer - das ist eine größere Kluft als 1979.

Wohlstand

Während im Jahr 2015 jeder vierte Schwarze in den USA unterhalb der Armutsgrenze lebte, war es bei Weißen nur jeder Zehnte. Ein wesentlicher Faktor ist das Immobilieneigentum. Während im Jahr 2014 gut 70 Prozent der weißen Familien ein Eigenheim besaßen, waren es bei schwarzen Familien nur gut 40 Prozent.

Bildung und soziale Mobilität

Die Bildung Schwarzer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise verbessert: Mehr als 75 Prozent machen derzeit einen High-School-Abschluss. Schwarze liegen aber noch immer hinter weißen Mitschülern (83 Prozent).

In den vergangenen 20 Jahren haben sich auch die Lücken bei den Studienleistungen - je nach Fach und Jahrgangsstufe - verringert.

Bei der sozialen Mobilität haben sich die Chancen schwarzer Bürger verbessert: Schwarze, die in den 1940er-Jahren geboren wurden, schafften mit rund 50 Prozent Wahrscheinlichkeit einen sozialen Aufstieg - gemessen am Realeinkommen. Für die in den späten 1970er-Jahren Geborenen lag der Anteil bereits bei rund 70 Prozent.

Strafverfolgung

Vor allem bei jungen Männern wird ein großer Unterschied deutlich: Im Jahr 2015 waren gut neun Prozent der schwarzen Männer zwischen 20 und 34 Jahren inhaftiert - aber nur 1,6 Prozent der weißen Männer in dieser Altersgruppe.

In den USA wird eine Debatte darüber geführt, inwieweit Schwarze von den Strafverfolgungsbehörden benachteiligt werden. Einem landesweiten Register nach sind erwiesenermaßen falsche Mordurteile bei Schwarzen siebenmal häufiger als bei Weißen. Für Drogendelikte werden Schwarze sogar zwölfmal häufiger unschuldig verurteilt.

Gesundheit

Studien zeigen, dass schwarze Menschen eine deutlich schlechtere Gesundheit haben als weiße. So erkranken Schwarze etwa zwei- bis dreimal so häufig an Diabetes und Bluthochdruck wie Weiße. Gründe könnten unter anderem der schlechtere Zugang zu Medikamenten und Krankenversicherungen und auch eine schlechtere Ernährung sein - was wiederum auf höhere Armutsraten und einen geringeren Wohlstand zurückzuführen ist. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC ist die Lebenserwartung Neugeborener bei Schwarzen im Durchschnitt um dreieinhalb Jahre geringer als die Weißer.

(dpa/rt deutsch)

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