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Trotz Corona und Homeoffice: Büro weiterhin Zentrum des Arbeitsplatzes

Trotz Corona und Homeoffice: Büro weiterhin Zentrum des Arbeitsplatzes
Ein Großraumbüro ist in vielen Branchen nach wie vor üblich.
Trotz Corona ist die Nachfrage nach Büroflächen nicht gesunken. Zu dieser Einschätzung kommt der Immobilienkonzern Signa. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant derweil ein "Mobile Arbeit Gesetz" für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice.

Der Immobilien- und Handelskonzern Signa glaubt trotz des Homeoffice-Booms in der Corona-Krise an die Zukunft des Büros. "Das Büro wird Zentrum des Arbeitsplatzes bleiben", sagte Signa-Vorstand Timo Herzberg der dpa. Nicht alle Unternehmen hätten gute Erfahrung mit dem Einsatz von Homeoffice gemacht. "Für viele Firmen ist es schwer messbar, was das Arbeiten von zu Hause für die Effizienz im Betrieb bedeutet", meint Herzberg.

In einigen Branchen wie in der Beratung oder der Kreativwirtschaft sei Präsenz wichtig, da sie eine offene Kommunikation und wichtige informelle Gespräche ermögliche. "Außerdem kann das Büro Identifikation mit dem Unternehmen schaffen", sagte Herzberg, der die Immobilienaktivitäten des österreichischen Konzerns in Deutschland verantwortet. Im Homeoffice hätten zudem viele Menschen keine guten Arbeitsbedingungen, da in Großstädten oft Arbeitszimmer fehlten.

Homeoffice für Mitarbeiter: Bundesregierung schafft mehr als 40.000 Computer an (Symbolbild)

Der Karstadt-Kaufhof-Eigentümer Signa, gegründet von René Benko, ist im Handels- und Immobiliengeschäft tätig. Zu den großen Büroprojekten in Deutschland zählen der Elbtower in Hamburg, die Alte Akademie in München sowie die Objekte Ku'damm 231 und Alexanderplatz in Berlin. Die Bilanzsumme im Immobiliengeschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt bei 18 Milliarden Euro.

Mit der Corona-Krise änderten sich die Anforderungen an Büros, sagte Herzberg. Manche Unternehmen fragten jetzt sogar mehr Flächen nach, da sie einen großzügigeren Abstand zwischen den Beschäftigten und Räume für offene Kommunikation schaffen wollten.

Temporär ist die Büronachfrage gestiegen", so Herzberg.

In der Corona-Krise haben viele Unternehmen quasi über Nacht ihre Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Große Konzerne kündigten schon an, Homeoffice auch nach der COVID-19-Pandemie beibehalten zu wollen. Das kann Geld sparen, da sich so Büroflächen reduzieren lassen. Fast drei Viertel der Firmen, die in der Pandemie verstärkt auf das Arbeiten von zu Hause setzen, planten künftig mehr davon anzubieten, ergab eine Ifo-Umfrage unter knapp 800 Personalleitern im August.

"Mobile Arbeit Gesetz" geplant

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte am Wochenende in der Bild am Sonntag ein "Mobile Arbeit Gesetz" für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice angekündigt. Beschäftigte sollen bei einer Fünf­ta­ge­wo­che demnach 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten dürfen. Voraussetzung soll sein, dass die Tätigkeit sich dafür eignet und keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Für weitergehende Vereinbarungen soll der Arbeitgeber innerhalb einer bestimmten Frist begründen müssen, warum er ein Gesuch auf mobile Arbeit oder Homeoffice ablehnt. Sonst gilt der Wunsch des Beschäftigten für längstens sechs Monate als bewilligt.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart: "Wir wollen mobile Arbeit fördern und erleichtern. Dazu werden wir einen rechtlichen Rahmen schaffen. Zu diesem gehört auch ein Auskunftsanspruch der Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber über die Entscheidungsgründe der Ablehnung sowie Rechtssicherheit für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber im Umgang mit privat genutzter Firmentechnik. Auch die Tarifpartner sollen Vereinbarungen zu mobiler Arbeit treffen."

Symbolbild

Zusätzliche Bürokratie

Gegen einen Rechtsanspruch auf Homeoffice wandte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). "Ich finde, es hilft nicht", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende in Berlin. Aus seiner Sicht wäre dies eine starre Regelung – "eher ein Zubau an Bürokratie als ein Abbau". Laschet erklärte, manche Unternehmen seien schon weiter, während in anderen Bereichen Präsenz erforderlich sei. "Das können Sie nicht per Bundesgesetz festlegen", so der NRW-Landeschef.

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte im Zusammenhang mit dem Gesetzentwurf vor mehr Bürokratie gewarnt. Heil hatte seinen Vorstoß auch mit den Erfahrungen in der Corona-Krise begründet:

Das Virus hat uns gelehrt, dass viel mehr mobiles Arbeiten möglich ist, als wir dachten.

Tatsächlich sind Beschäftigte in vielen Unternehmen und Behörden seit Monaten zumindest teils mobil am Arbeiten.

"Präsenzpflicht und Anwesenheitskultur"

Laut Heils Ministerium bestehen zwar schon heute Möglichkeiten, mobil zu arbeiten, etwa um Fachkräfte zu binden. Dennoch herrsche im Ländervergleich eine starke "Präsenzpflicht beziehungsweise Anwesenheitskultur".

Skeptische Kommentare zu Heils Vorstoß kamen von AfD und FDP. Den Grünen und den Linken ging Heil nicht weit genug. CSU-Generalsekretär Markus Blume meinte, Homeoffice sei im Zuge von Corona vielerorts zur Selbstverständlichkeit geworden. Heil aber habe "Regulierungsfantasien".

Die Koalition hatte auf Basis von Vorschlägen des Arbeitsministeriums bereits mehrere Rechtsansprüche für Arbeitnehmer geschaffen. Dazu zählen ein Anspruch auf eine befristete Reduzierung von Arbeitsstunden oder ein Recht auf Qualifizierung. DGB-Chef Reiner Hoffmann hatte den geplanten Anspruch auf bis zu 24 Tage mobiles Arbeiten als zu wenig kritisiert: "Ein solcher Minimalanspruch ist eine Konzession an die Arbeitgeber, die bei dem Thema immer noch blockieren."

Mehr zum Thema - DGB macht Bundesregierung auf Folgen der Krise für Arbeitnehmer aufmerksam

(rt/dpa)

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