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#PostDesSieges: Deutscher Schriftsteller reicht russischem Volk die Hand

#PostDesSieges: Deutscher Schriftsteller reicht russischem Volk die Hand
Sowjetisches Ehrenmal im Berliner Tiergarten
Anfang Februar startete RT das Projekt #PostDesSieges. Hierin berichten wir über Veteranen und leiten die Briefe und Botschaften unserer Leser und Zuschauer an sie weiter. Einer der Briefe erreichte uns von dem deutschen Schriftsteller Wolf von Fichtenberg.

Das Schreiben sei nicht an eine bestimmte Person gerichtet, sondern an die ganze Nation, so der Autor. In seinem Brief dankt Herr von Fichtenberg dem sowjetischen Volk für die Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Der Rolle der Vereinigten Staaten werde zu viel und der Rolle der UdSSR im Zweiten Weltkrieg zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, so der Schriftsteller.

Schreibt Veteranen Briefe: RT-Projekt zu 75 Jahren Kriegsende

Im folgenden dokumentieren wir den Brief von Wolf von Fichtenberg.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich weiß nicht wo ich zur Zeit des Krieges gestanden hätte, ich bin zu jung, denn ich bin zehn Jahre nach dem Kriegsende geboren.

Mit dem heutigen Wissen kann ich es sagen, aber hätte ich es damals auch gekonnt?

Zu viele Menschen waren verblendet, zu viele Menschen glaubten den Lügen und zu viele Menschen sahen weg.

Kann ich für deren Taten um Entschuldigung bitten?

Nein, das kann ich nicht, aber ich kann Ihnen  die Hand reichen und Ihnen – und ihrem Volk – meine Freundschaft anbieten.

Ein Deutscher reicht dem Russen die Hand. Vielleicht werden daraus viele Hände.

Trotz der Taten am Kriegsende – auch unsere Menschen erlitten Leid, einfache Menschen die das Ganze nicht verstanden und überblicken konnten – danke ich Ihnen für die Befreiung von dem Ungeheuer Hitler und seiner helfenden Höllenbrut. Hier im Westen wird zu viel auf die Amerikaner geschaut und viel zu wenig auf das Blutopfer Ihres Volkes.

Ich möchte, dass Sie wissen: Es sieht hier nicht jeder so.

Heute sehe ich ein freies russisches Volk. Stark und unabhängig, geleitet von Politikern, die die Menschen sehen, und jemanden an der Spitze der die Zarenkrone würdig tragen würde.

Möge Gott sie schützen und Ihnen Gesundheit, Glück und Frieden geben.

Es reicht Ihnen die Hand – in der Hoffnung dass Sie diese nehmen und den Druck erwidern

Wolf von Fichtenberg
-Schriftsteller-

75 Jahre Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee

Zum Abschluss des Schriftverkehrs mit unserer Redaktion verfasste Herr von Fichtenberg ein Gedicht, das er uns freundlicherweise zur Verfügung stellte:

Tausend Gräber

… Und Mütter halten tote Kinder,

Väter weinen Tränenblut

Der Tod kam über tausend Länder

In der Asche glimmt noch Glut

Tausend leere Gräber harren auf des Schnitters Tat

Tausend gefüllte Gräber, Feuersturm um Leningrad

Tausend leere Gräber, der Totentanz zum Reigen bat

Tausend gefüllte Gräber, das Leben stirbt in Stalingrad

Tausend leere Gräber, warten auch noch in Berlin

Tausend gefüllte Gräber, -sag: Worin nur lag der Sinn?

Mehr zum Thema - RT-Projekt zu 75 Jahren Kriegsende: Veteranin Anna Terjochina wartet auf eure Briefe

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