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Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz: Moskau für Juden sicherer als Städte in Westeuropa

Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz: Moskau für Juden sicherer als Städte in Westeuropa
Orthodoxe Juden im Sarjadje-Park in Moskau Russland, 23. April 2019.
Der Oberrabbiner in Moskau und Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz Pinchas Goldschmidt sorgt sich um die Sicherheit der Juden in Europa. Es habe in jüngster Zeit viele Anschläge auf Synagogen in Frankreich, Belgien und Dänemark gegeben. Moskau sei sicherer.

In Antwerpen beginnt heute die 31. Generalversammlung der Europäischen Rabbiner-Konferenz unter der Überschrift "Tora und Tradition angesichts der aktuellen Herausforderungen". Mehr als 350 jüdische Gelehrte aus Europa nehmen hieran, neben Politikern und religiösen Führern, teil. Ein Thema ist der wachsende Antisemitismus in Europa. 

Dem Deutschlandfunk gegenüber äußerte sich der Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz Pinchas Goldschmidt zu dem Thema: 

Es wird immer schwieriger, Jude in Europa zu sein. Es wird schwerer von verschiedenen Seiten. Auf der einen Seite haben wir ein großes Sicherheitsproblem. Die Zahl der Juden in Europa hat sich in den letzten Jahren verringert. Wir haben uns von zwei Millionen auf 1,6 Millionen wegen der Emigration aus Europa verringert. Und wir haben auch mehr und mehr Probleme mit europäischen Ländern, die versuchen, die jüdische Tradition, die jüdische Religion zu begrenzen."

Der Brauch wurde 2009 durch die katholische Kirche untersagt.

Als Grund für die Sicherheitsprobleme nannte er die Migration nach Europa. So würden die Angriffe auf Synagogen durch islamistische Radikale verübt. In Russland und in den Vereinigten Staaten hingegen handle es sich bei den Tätern um Rechtsradikale. In Moskau könne man sich, nach Ansicht des Obberrabbiners, auf den Straßen sicherer fühlen, wenn man eine Kippa trägt.

In Moskau gibt es vier jüdische Schulen, die Moskauer Universität hat eine Abteilung für jüdische Studien und es gibt 20 Synagogen in der russischen Hauptstadt. Der "Straßen-Anitsemitismus" sei in Russland weniger geduldet, so der Präsident der Europäischen Rabbiner-Konferenz. Die allgemeine Situation beschreibt er so:

Ich saß gestern Abend bei einem Abendessen von der marokkanischen muslimischen Gemeinde hier in Brüssel und neben mir saß die [Finanzministerin] von Belgien. Sie fragte mich: 'Kann man mit einer Kippa sicher in der Sraße in Moskau gehen?' Da habe ich ihr gesagt: 'Das ist sicherer als in Brüssel oder in Paris.' Das ist auch das Problem: Man kann keinen Polizisten neben ein jüdisches Kind in Berlin oder Frankfurt stellen."

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der judenfeindlichen Straftaten im Jahr 2018 in Deutschland um zehn Prozent an. Es gab 62 Gewaltdelikte mit antisemitischem Hintergrund, dabei wurden 42 Menschen verletzt. Laut der israelischen Einwanderungsstatistik stellen jedoch jüdische Zuwanderer aus Russland jährlich noch immer die größte Gruppe dar.

Eine rote Linie zwischen Antisemitismus und Israel-Kritik liegt für den Oberrabbiner darin, sobald Israel ein geringeres Recht auf Verteidigung zugesprochen wird als anderen Ländern.

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