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Experte: Mit Übergabe der Südkurilen an Japan würde Russland die Büchse der Pandora öffnen

Experte: Mit Übergabe der Südkurilen an Japan würde Russland die Büchse der Pandora öffnen
Russland und Japan handeln zurzeit einen Friedensvertrag aus. Gemäß einer Vereinbarung aus dem Jahr 1956 soll Japan einige Inseln zurückbekommen. Ein russischer Experte weist jedoch darauf hin, dass die Inselrückgabe große Probleme für Russland bedeuten würde.

In Russland ist eine Diskussion um die mögliche Übergabe der Südkurilen an Japan entbrannt. Wenn Moskau den Japanern die Inseln übergäbe, würde sich für Russland damit eine wahre Büchse der Pandora öffnen, da Japans Gebietsforderungen womöglich nicht bei den Kurilen enden, so Waleri Kistanow, Direktor des Japanologie-Zentrums am Institut für Fernoststudien der Russischen Akademie der Wissenschaften, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS. Der Experte erklärte:

Die Kurilen

Theoretisch können die Japaner sehr weit gehen. Die Kurilen nördlich der vier südlichen und des südlichen Teils von Sachalin, die auch von Japan beansprucht werden, sind auf japanischen Karten noch nicht in japanischen Farben gekennzeichnet. Sie sind aber auch nicht in russischen Farben gekennzeichnet. […] Vielleicht wird die Frage in Zukunft so lauten: Zuerst befassen wir uns mit den vier südlichen Inseln der Kurilen, und dann werden wir sehen, ob wir die Frage der gesamten Kurilen sowie Süd-Sachalins aufwerfen.

Laut Kistanow gibt es in Japan bereits einige Kräfte, die die Übergabe der gesamten Kurilen und Süd-Sachalins fordern. Der Experte betonte:

Dies sind rechtsextreme Organisationen und die Kommunistische Partei Japans, die die Rückgabe dieser Gebiete in ihr Programm aufgenommen hat. Wenn Russland jedoch nur zwei Inseln an Japan übergibt, wird es die Büchse der Pandora öffnen.

Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, dass Tokio nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages und der Übergabe von Chabomai und Schikotan an Japan Sonderrechte in Bezug auf Iturup und Kunaschir erhalten will, um dort die Wirtschaftstätigkeit auszuweiten. Er erklärte:

Die Japaner planen, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen, die Übergabe von zwei Inseln sicherzustellen und dann ein Abkommen zu schließen, um gemeinsam mit Russland wirtschaftliche Aktivitäten auf den beiden verbleibenden Inseln durchzuführen sowie japanischen Staatsangehörigen freien Zugang zu den Inseln zu gewähren. Auch diese Option ist möglich.

Der Experte sagte auch, dass die Öffentlichkeit in Japan und Russland nicht über vollständige Informationen verfüge, was zu einer Welle von Spekulationen über das Thema Kurilen führte.

Das Fehlen offizieller Erklärungen über die sogenannten 'nördlichen Territorien' weckt in Japan Verdacht und Zweifel daran, dass sich der japanische Premier Shinzo Abe auf die beiden in der sowjetisch-japanischen Erklärung von 1956 erwähnten Inseln beschränken könnte. […] Es steht im Widerspruch zu Japans offizieller Position, die besagt, dass das Land die Rückgabe von vier Inseln fordert.

Thema Friedensvertrag

Shinzō Abe und Wladimir Putin am 10. September 2018

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts führen Russland und Japan Verhandlungen über einen Friedensvertrag im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg. Die Frage der Kurilen bleibt der Knackpunkt, da die Inseln nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion übergeben wurden, während Japan Anspruch auf die vier südlichen Inseln erhebt. 1956 unterzeichneten die beiden Länder eine gemeinsame Erklärung zur Beendigung des Kriegszustandes und zur Wiederherstellung der diplomatischen und aller anderen Beziehungen. Ein Friedensvertrag wurde jedoch immer noch nicht erreicht. In einer Gemeinsamen Erklärung heißt es, dass die sowjetische Regierung bereit sei, die Insel Schikotan und eine Gruppe kleiner Inseln an Japan zu übergeben. Darüber hinaus wird festgehalten, dass Tokio nach Unterzeichnung eines Friedensvertrags die tatsächliche Kontrolle über die Inseln erhalten würde.

Nachdem Japan und die Vereinigten Staaten jedoch 1960 den Vertrag über gegenseitige Zusammenarbeit und Sicherheit unterzeichneten, zog die Sowjetunion ihre Verpflichtung zur Übergabe der Inseln zurück. Das Memorandum der sowjetischen Regierung vom 27. Januar 1960 besagt, dass diese Inseln nur dann an Japan übergeben würden, wenn alle ausländischen Truppen aus dem Land abgezogen würden.

Am 14. November 2018 trafen sich der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Premierminister am Rande des ASEAN-Gipfels in Singapur und vereinbarten, dass die beiden Länder die Friedensgespräche auf der Grundlage der Gemeinsamen Erklärung von 1956 beschleunigen werden.

Abe wird in der zweiten Januarhälfte zu einem Staatsbesuch in Russland erwartet.

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