Putin: OPCW-Treffen könnte antirussischer Kampagne ein Ende setzen

Putin: OPCW-Treffen könnte antirussischer Kampagne ein Ende setzen
Der russische Staatspräsident Wladimir Putin in Ankara
Im Vorfeld der für heute auf Antrag Russlands anberaumten OPCW-Zusammenkunft äußerte sich der russische Präsident zu den Anschuldigungen seitens 10 Downing Street. Putin äußert die Hoffnung, dass die bizarre Affäre um den Skripal-Fall nun ein Ende findet.

Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, erklärte am Dienstag, er hoffe, dass die bevorstehende OPCW-Zusammenkunft die Vorwürfe des Vereinigten Königreichs gegen Russland im Skripal-Vergiftungsfall beenden werde und fügte hinzu, dass etwa 20 weitere Länder in der Lage seien, das verwendete Nervengas zu produzieren.

Morgen berufen wir eine Sitzung des Exekutivrates der Organisation für das Verbot chemischer Waffen ein, um diese Situation im Detail zu klären. Wir haben mindestens 20 Fragen zur Diskussion vorbereitet. Wir hoffen, dass diese Diskussion diesem Thema ein Ende setzt", sagte Putin in Ankara, wo er eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abhielt.

Antirussische Kampagne binnen weniger Stunden aufgebaut

In einem seltenen Kommentar zum aktuellen Fall, in dem das Vereinigte Königreich Moskau beschuldigt, den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia mit einem militärischen Nervengas vergiftet zu haben, sagte Putin, er sei verblüfft, wie schnell sich der Vorfall in einen ausgewachsenen Angriff auf Russland verwandelt habe.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich eine antirussische Kampagne entfaltet hat", sagte Putin.

Die britische Regierung brachte ihre ersten Anschuldigungen gegen Moskau innerhalb weniger Stunden nach der Vergiftung vor und innerhalb weniger Tage begann sie mit der Verhängung von Sanktionen und diplomatischen Ausweisungen aufgrund von Behauptungen, wonach es "sehr wahrscheinlich" sei, dass Russland hinter dem Giftanschlag stecke.

Wie Sie wissen, habe ich von dem Vorfall durch Medienberichte erfahren", sagte Putin.

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Der russische Präsident ergänzte:

Ich möchte nur hinzufügen, dass laut internationalen Experten etwa 20 Länder auf der ganzen Welt in der Lage sind, ähnliche Nervenwirkstoffe herzustellen.

Umfangreiche Fragenliste an OPCW, Vereinigtes Königreich und Frankreich

Zuvor hatte das russische Außenministerium eine Liste mit 13 Fragen an die OPCW veröffentlicht, die sich auf deren Interaktionen mit britischen Ermittlern im Fall Skripal, den Prozess der Probenentnahme am Ort der Vergiftung und die Beteiligung Frankreichs an der Untersuchung konzentrieren. Auch dem Vereinigten Königreich und Frankreich wurden Fragen zur Untersuchung vorgelegt. Moskau geht davon aus, dass es sich beim Skripal-Fall um eine so genannte Operation unter falscher Flagge handelte.

Russland hat unterdessen auch bereits eine eigene strafrechtliche Untersuchung der Vergiftung eingeleitet.

In der Affäre Skripal geriet Russland sofort ins Visier der westlichen Länder. An Schuldzuweisungen mangelt es nicht - aber an stichhaltigen Belegen.

Wir wollen an der Untersuchung teilnehmen dürfen und rechnen mit dem Erhalt der entsprechenden Materialien, da es sich [bei den Opfern] um russische Bürger handelt", sagte Putin.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Dienstag, er erwarte, dass sich London letztendlich für seine grundlosen Anschuldigungen gegen Russland entschuldigt. Als "starkes Argument" gegen die "wahnsinnigen Anschuldigungen" der britischen Premierministerin Theresa May und des Außenministers Boris Johnson nannte er die jüngste Erklärung des Chefs des Chemielabors Porton Down, wonach das mutmaßlich eingesetzte Nervengift nicht nach Russland zurückverfolgt werden könne.

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