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Ehemaliger US-Drohnensoldat: "Schlimmer als die Nazis, weil wir es besser wissen sollten"

Ehemaliger US-Drohnensoldat: "Schlimmer als die Nazis, weil wir es besser wissen sollten"
Der ehemalige US-Soldat bei Einsätzen mit Kampfdrohnen wie dem Modell Predator (rechts) und jetzige Whistleblower Brandon Bryant kritisiert seit seinem Ausstieg aus dem Militärdienst den Drohnenkrieg der Vereinigten Staaten.
Der ehemalige Soldat im US-Drohnenkrieg und heutige Whistleblower Brandon Bryant geht in einem aktuellen Interview erneut hart mit dem Militär und der Politik der Vereinigten Staaten ins Gericht: "Es hat sich nichts geändert, sie haben nicht zugehört".

Brandon Bryant, ein ehemaliger Soldat im Drohnenprogramm der US-Luftwaffe, hat die Raketenangriffe durch Drohnen des US-Militärs erneut verurteilt. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Sun wirft er den Verantwortlichen vor, "schlimmer als die Nazis" zu sein.

Im Jemen ist er tödliche Realität. Ohne das Zutun Deutschlands wäre er nicht möglich: Unter US-Präsident Barack Obama wurde der Drohnenkrieg auch über Ramstein intensiviert.

Der frühere Kampfdrohnensoldat brachte dabei seine Empörung über die US-Operation gegen Generalmajor Qassem Soleimani, den Kommandanten der mächtigen Quds-Einheit der Iranischen Revolutionsgarde, zum Ausdruck, der am 3. Januar bei einem Raketenangriff durch eine Drohne in der Nähe des Flughafens von Bagdad getötet wurde.

Als ich das erste Mal über Soleimani las, dachte ich: 'Auf keinen Fall, so dumm können die nicht sein'", sagte Bryant.

"Es hat sich nichts geändert, sie haben nicht zugehört", fügte der frühere Drohnenoperator hinzu, der den Befehl zum Angriff als "illegal" bezeichnete.

Wir haben die Lehren aus der Vergangenheit nicht gezogen. Wir machen immer noch Dinge, nicht wie die Nazis, sondern schlimmer als die Nazis, weil wir es besser wissen sollten", betonte er in dem Interview.

Bryant erinnerte an die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg:

All diese Jungs, die während der Prozesse verurteilt wurden, die eine Sache, die sie alle verurteilte, war: 'Nun, ich habe nur meine Arbeit getan'.

Der 34-jährige Bryant stieg 2011 aus dem US-Drohnenprogramm aus, nachdem er fünf Jahre lang mit ferngesteuerten Drohnen an Zielbombeneinsätzen in Pakistan, Afghanistan und im Irak teilgenommen hatte. Im selben Jahr, in dem er das Militär verließ, wurde bei Bryant eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Im Jahr 2013 hatte er vor einem UN-Expertengremium, einschließlich des Sonderberichterstatters für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten bei der Bekämpfung des Terrorismus, die Praktiken der USA angeprangert.

Als Zeuge im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages erläuterte Bryant 2015 die maßgebliche Rolle Deutschlands für den US-Drohnenkrieg im Nahen und Mittleren Osten:

Aufgebrachte Bürger protestieren gegen die Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani, hinter der sie auch die israelische Regierung vermuten. (Symbolbild)

Alles, was mit Drohnen zu tun hat, läuft über Ramstein.

Bryant sprach im aktuellen Interview mit The Sun davon, wie ihn das Bild eines Kindes auf seinem Bildschirm als Drohnenoperator bis heute verfolgt: Nach dem Abschuss einer Rakete auf ein Gebäude, in dem sich sein Ziel befand, bemerkte er auf dem Bildschirm ein Kind, das auf das Gebäude zulief. Er erzählte es seinem Vorgesetzten und anderen Mitarbeitern. Aber sie meinten nur, es sei ein Hund. Es war ihnen gleichgültig.

13 Jahre nach diesem Einsatz wurde derselbe Raketentyp, den Bryant abgefeuert hatte, zur Ermordung des iranischen Generals Soleimani während einer Reise nach Bagdad im Januar eingesetzt, was die Spannungen im Nahen Osten zusätzlich verschärfte.

Drohnen sind zur bedeutenden Kriegswaffe des 21. Jahrhunderts geworden. Die Nachfrage nach den Tötungsmaschinen nimmt entsprechend stark zu.

Der ehemalige Drohnensoldat hatte bereits früher darüber gesprochen, dass ihn seine Beteiligung an diesen Angriffen quälend belastet und dass er sich immer daran erinnern wird, wie er eines seiner ersten Opfer verbluten sah. Am Ende seines Einsatzes im US-Drohnenkrieg erhielt er ein Dokument mit einer Statistik. Sie wies die Zahl von 1.626 Menschen aus, die durch Drohnenangriffe bei seinen Einsätzen getötet wurden. Bryant bat die Familien der Opfer der US-Drohnenangriffe, an denen er beteiligt war, um Entschuldigung.

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