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US-geführter "Krieg gegen den Terror" hat über 800.000 Menschen getötet – Neue Studie

US-geführter "Krieg gegen den Terror" hat über 800.000 Menschen getötet – Neue Studie
US-Soldaten fahren an einem Friedhof in Syrien vorbei (Bild vom 31. Oktober). Durch die US-geführten Kriege seit 2001 sind laut einer neuen Studie über 800.000 Menschen durch direkte Kampfhandlungen ums Leben gekommen.
Verfasser des "Cost of War Project" der renommierten US-Forschungsanstalt Brown University haben ihre neuen aufsehenerregenden Ergebnisse zu den Konsequenzen des sogenannten "Kriegs gegen den Terror" veröffentlicht. Die Zahlen, sowohl Todesopfer und Kosten betreffend, haben schockierende Ausmaße erreicht.

Die Brown University in Providence gehört zu den ältesten und renommiertesten Universitäten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Abschlüsse der Eliteuni öffnen den Absolventen die Türen in die Welt von Forschung, Wirtschaft und Politik; Forschungsergebnisse der verschiedenen angegliederten Institute haben nachhaltigen Einfluss in den entsprechenden Spezialgebieten. Dazu gehört auch das "Watson Institute for International and Public Affairs", das die globale gesellschaftliche Entwicklung erforscht und seine Ergebnisse diversen Ausschüssen im US-Kongress zur Verfügung stellt.

Gräber von Kriegsveteranen auf dem Los Angeles National Cemetery, Kalifornien, USA, 25. Mai 2019

Ein solches Ergebnis wurde dieser Tage im Senat vorgestellt. Das "Cost of War"-Projekt untersuchte die Auswirkungen des von den USA nach dem 11. September 2001 entfachten "Kriegs gegen den Terror", der unter anderen Namen und mit Unterstützung von weiteren Ländern nach wie vor in verschiedenen Erdteilen tobt. Professorin Catherine Lutz präsentierte zusammen mit weiteren Co-Autoren der Studie ihre Ergebnisse vor dem Ausschuss des Senats, der für die parlamentarische Kontrolle des Verteidigungsministeriums zuständig ist.

In den vergangenen 18 Jahren kamen laut dieser Studie über 800.000 Menschen durch direkte Kampfhandlungen der US-geführten Koalition ums Leben. Darunter zählen Zivilisten, NGO-Helfer, Journalisten, US-Soldaten und Söldner, Angehörige des US-Verteidigungsministeriums sowie Truppen, Polizisten und Rebellen, die an der Seite der US-Koalition kämpfen. 

Doch Professor David Vine der American University, ein Vorstandsmitglied des "Cost of War Project", betonte, dass die indirekte Opferzahl dieser Kriege in Afghanistan, im Irak, im Jemen, Pakistan und Syrien "generell viermal so hoch geschätzt" wird. Nach dieser Schätzung starben demnach mindestens 3,1 Millionen Menschen aufgrund der Kriegsfolgen (kein Zugang zu Nahrung, Wasser, Medizin, Infrastruktur etc.), "etwa 200-mal mehr als US-Tote", sagte Vine. Die US-Führung trage die Hauptverantwortung für die Entfachung von "katastrophalen Kriegen, die nie unausweichliche, sondern gewählte Kriege waren".

Während die schockierende Anzahl von Todesopfern der US-geführten Kriege in den USA selbst eher weniger Emotionen auslöst, sieht das mit den Ausgaben ganz anders aus. Rund 6,4 Billionen US-Dollar hat Washington dafür ausgegeben, Tendenz steigend. Professorin Neta Crawford, eine weitere Co-Direktorin des "Costs of War Project" der Boston University, machte darauf aufmerksam, dass der Trend der US-Regierung in Richtung weniger Transparenz von Veröffentlichung der Budgets für die Kriege gehe. Denn in den Budgets könne man nicht nur sehen, wie hoch die aktuellen Ausgaben für die Militäreinsätze im Ausland sind, sondern was für Washington noch unbequemer ist, auch die immer höher werdenden Kosten für Kriegsveteranen.

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