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US-Fahnder zerschlagen Drogenring: Beschlagnahmte Opioide hätten Millionen Menschen töten können

US-Fahnder zerschlagen Drogenring: Beschlagnahmte Opioide hätten Millionen Menschen töten können
US-Fahnder zerschlagen Drogenring: Beschlagnahmte Opioide hätten Millionen Menschen töten können (Symbolbild)
Dutzende Festnahmen, haufenweise Bargeld, geheime Drogenfächer in Autos und Trucks: Im Kampf gegen die gewaltige Opioid-Krise landen US-Fahnder einen Achtungserfolg. Das Geschäft mit der Sucht hat schon etliche Familien zerstört und bereitet auch in Deutschland Sorgen.

Mit einer groß angelegten Razzia in mehreren US-Bundesstaaten haben Fahnder einen weitverzweigten Opioid- und Drogenhändlerring zerschlagen. Bei dem dreitägigen Einsatz seien unter anderem 30 Kilogramm Fentanyl sichergestellt worden – diese Menge des berüchtigten Schmerzmittels hätte laut Mitteilung des US-Justizministeriums genügt, "um mehr als 14 Millionen Menschen zu töten".

Die mehr als 120 eingesetzten Ermittler stellten den Angaben zufolge auch 35 Kilogramm Heroin und Kokain sowie Dutzende Schusswaffen und umgerechnet über 630.000 Euro Bargeld sicher. Fast 40 Verdächtige wurden festgenommen. Das Drehkreuz ihrer Aktivitäten war der Bundesstaat Virginia. Die Drogen stammten aus anderen Bundesstaaten sowie aus Mexiko und wurden in Geheimfächern speziell präparierter Autos und Lastwagen versteckt.

Die Sucht nach Schmerzmitteln wie Fentanyl und Oxycontin ist ein gewaltiges Problem in den USA – besonders schwer betroffen sind die Bundesstaaten West Virginia, Ohio und Kentucky. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat es mehr als 200.000 Todesfälle durch Überdosen gegeben. In manchen Städten ist ein Viertel der Bevölkerung abhängig und damit auch unfähig, zu arbeiten oder sich um die Familie zu kümmern. Die Krise betrifft alle Altersgruppen und sozialen Schichten.

Das Hauptproblem sind dabei verschreibungspflichtige Opioide, deren Suchtgefahr lange kleingeredet wurde – denn die Menschen kommen über ihren Arzt zunächst völlig legal an die Tabletten und gleiten dann vielfach in die Heroinsucht ab. Illegale Drogen kommen vor allem über die Südgrenze zu Mexiko in die USA und werden zumeist durch reguläre Grenzübergänge geschmuggelt. Das synthetische Betäubungsmittel Fentanyl, das als 30- bis 50-mal so stark wie Heroin und 50- bis 100-mal so stark wie Morphium gilt, wird dem offiziellen US-Drogenbericht zufolge entweder auf diesem Wege eingeführt oder direkt per Post aus China verschickt. Wegen der Opioid-Krise hat US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat im April vor möglicherweise wachsenden Gefahren durch Fentanyl-Schmerzmittel gewarnt, die in der Anästhesie zum Einsatz kommen. Diese würden hierzulande meist in Pflegeheimen oder Kliniken "abgezweigt". Gemessen an der Krise in den USA sind die Fallzahlen in Deutschland weitaus geringer. Auch im Vergleich zu anderen OECD-Ländern kommen hier weniger Menschen durch Opioid-Missbrauch ums Leben, wie aus einer im Mai veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. Demnach werden in Deutschland aber vergleichsweise viele Schmerzmittel verschrieben und konsumiert. (dpa)

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