icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Durchgestochene Batterien und massiver Abfall: Whistleblower wirft Tesla schlampige Produktion vor

Durchgestochene Batterien und massiver Abfall: Whistleblower wirft Tesla schlampige Produktion vor
Gigafactory während des Baus im Jahr 2015.
Ein ehemaliger Tesla-Techniker hat auf Twitter über seinen ehemaligen Arbeitgeber ausgepackt. Die Vorwürfe reichen von gewissenlosem Umgang mit Rohstoffen und Abfällen bis hin zu punktierten, potenziell lebensgefährlichen Akkus bei den Elektroautos.

Martin Tripp ist ein ehemaliger Tesla-Techniker, der in einer Batteriefabrik mit der dystopisch klingenden Bezeichnung "Gigafactory 1" in Nevada gearbeitet hat. Tripp hat im Juni Informationen über das Innenleben der Fabrik an die Presse weitergegeben und unter anderem behauptet, dass diese defekte Batterien auf den Markt bringen würde.

Am Mittwoch folgte über Twitter ein weiteres Konvolut ähnlicher Anschuldigungen – aber mit Fotos dazu.

"Bist du bereit?", twitterte Tripp, bevor er seiner Wut über den Kurznachrichtendienst Luft machte. Der erste Tweet beinhaltete eine Liste mit Fahrzeug-Identifikationsnummern (VIN). Er behauptete, dass die aufgeführten Fahrzeuge mit diesen Nummern punktierte Batteriemodule enthalten. Punktierte Module können explodieren oder Feuer fangen, wie dies Anfang des Jahres der Fall war, als sich ein Tesla Model S spontan zu entzünden schien – und das Stunden nach dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen auf einem kalifornischen Highway.

Tripp behauptete, dass beschädigte Batteriemodule überarbeitet, deren Löcher mit Kleber versiegelt und dann an eine andere Fabrik geschickt werden, um sie in weiterer Folge dort in ein Auto einzubauen.

Batteriezellen unsachgemäß gelagert?

Die im Modell 3 verwendeten Batteriemodule bestehen aus Tausenden von kleineren Lithium-Ionen-Batteriezellen, die entlang von Kühlbändern zu "Bandoliers" zusammengefügt sind. Sieben dieser Bänder werden dann zu einem Modul zusammengefügt, wobei vier solcher Module ein Auto antreiben.

Laut Tripp ist die Herstellung dieser Bandolieren ein verschwenderischer Prozess. Der ehemalige Techniker behauptete, dass pro Schicht zwischen 450 und 750 Bandolieren verschrottet würden, was etwa 67.000 bis 112.000 einzelnen Batteriezellen entspreche. Anstatt diese verschrotteten Bandolieren, wie Tesla behauptet, in klimatisierten Lagern zu lagern, sollen diese in Reihen von Sattelaufliegern auf dem Parkplatz der Fabrik stehen.

Tripp befindet sich seit einigen Monaten in einem hochkarätigen Rechtsstreit mit Tesla. Er behauptet, diese Probleme bei der Fabrikleitung und bei Elon Musk selbst angesprochen zu haben. Diese hätten seine Bedenken jedoch nur ignoriert und die Probleme nicht gelöst.

Nachdem Tripp von Tesla im Juni in einer Klage der Sabotage und des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen beschuldigt wurde, reichte der ehemalige Techniker im letzten Monat eine Gegenklage ein. In dieser behauptete er, dass Tesla in einer internen E-Mail falsche Anschuldigungen der Sabotage gegen ihn erhoben und ihn diffamiert habe, indem er als ein verärgerter Mitarbeiter beschrieben wurde, der nur so handelte, weil "er eine Beförderung wollte, die er nicht erhalten hat". Zusätzlich soll Tesla mehreren Nachrichtenagenturen zugetragen haben, dass Tripp gedroht hätte, in die Fabrik zu kommen und "dort eine Schießerei [zu] beginnen" - eine Behauptung, die Tripp vehement bestreitet.

Produktionssteigerung mit der Brechstange

Tripp nahm seine Verleumdungsklage gegen den Konzern ernst und verpflichtete dafür die Anwälte Robert Mitchell und Will Fischbach von Meissner Associates, die dafür bekannt sind, ein Urteil über 22,5 Millionen Dollar für einen Whistleblower gewonnen zu haben, der einen Finanzbetrug beim Agrarriesen Monsanto auffliegen ließ.

Die von Tripp unterstellten Vergehen sollen sich ereignet haben, während Tesla darum gekämpft hatte, die Produktionsziele seiner Mittelklasse-Limousine Modell 3 zu erreichen. Unter dem Druck, jahrelange Verluste eindämmen zu müssen, hatte Tesla die Produktion zunächst auf 2.500 Fahrzeuge pro Woche im März und dann auf 5.000 Fahrzeuge pro Woche im Juni gesteigert. Die Mitarbeiter beklagten, dass die Erfüllung der Produktionsziele nur auf Kosten von Pflicht-Überstunden und gelockerter Sicherheitsstandards möglich war.

Mit der Begründung, ein Umfeld schaffen zu wollen, in dem Tesla bestmöglich operieren könne und in dem starke Schwankungen des Aktienkurses genauso wie die Pflicht, Quartalszahlen veröffentlichen zu müssen, kein Thema mehr sind, möchte Elon Musk Tesla von der Börse nehmen, um die Mitarbeiter vor diesen "großen Ablenkungen" zu schützen. So ist es zumindest seinen Tweets zu entnehmen. Jüngst hat er angekündigt, dass er mit verschiedenen Unternehmen zusammenarbeitet, darunter Silver Lake und Goldman Sachs, um dieses Ziel zu erreichen.

Was Tripp angeht, so scheinen ihm seine Twitter-Aktivitäten vom Mittwoch eine vorübergehende Suspendierung von Twitter eingebracht zu haben – offenbar, weil er eine private E-Mail von Musk gepostet hat.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen