Personalkarussel in der deutschen Botschaft Washington: Maas mischt gegen Trump neu

Personalkarussel in der deutschen Botschaft Washington: Maas mischt gegen Trump neu
Heiko Maas im Kanzleramt, Berlin, Deutschland, 24. Mai 2017.
Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind seit Donald Trumps Amtsantritt angeschlagen. Berlin hofft, von amerikanischen Strafzöllen verschont zu bleiben und Heiko Maas plant dem "Spiegel" zufolge eine Neubesetzung des Botschafterpostens in Washington.

Der deutsche Botschafter in Washington, Peter Wittig, soll nach Informationen des Spiegels Emily Haber weichen. Frau Haber war zwischen 2011 und 2018 Staatssekretärin in Innenministerium. An diesem Mittwoch wird das Bundeskabinett nach Angaben der Zeitung den Personalwechsel bestätigen. Wittigs neuer Arbeitsplatz soll künftig die deutsche Botschaft in London werden. Mit dem Personalwechsel in der deutschen Botschaft entscheidet sich Maas gegen einen gut vernetzten Kenner der US-amerikanischen Politik. Emily Haber aber eilt der Ruf nach Washington voraus, dass sie eine zähe Verhandlerin sei. 

Angela Merkel und Donald Trump auf dem G20-Gipfel, Hamburg, Deutschland, 7. Juli 2017.

Neben ihrem Posten als Staatssekretärin verfügt die Diplomatentochter Haber über Erfahrungen im Auswärtigen Amt und im Bundesministerium des Innern. Als Referentin war sie im Referat Sowjetunion des Auswärtigen Amtes und als politische Referentin an der deutschen Botschaft in Moskau. In Ankara hatte sie das Amt der Kulturreferentin inne. An der deutschen Botschaft in Moskau arbeitete Haber zwischen 1999 und 2002 als Leiterin des Wirtschaftsreferates und danach als Leiterin der Politischen Abteilung. Zu ihren Referenzen zählt darüber hinaus ihre Verhandlungserfahrung. In den EU-3+3 Verhandlungen über das iranische Atomprogramm war sie Verhandlungsführerin. 

Emily Haber fällt eine schwierige Aufgabe zu. Alle Bestrebungen deutscher und europäischer Politiker, Donald Trump von den Strafzöllen auf EU-Importe von Aluminium und Stahl abzubringen, sind bislang gescheitert. Lediglich eine Schonfrist bis zum 1. Mai konnten die EU-Verhandler erzielen. Berlin fürchtet unterdessen eine Ausweitung der Strafzölle auf die deutsche Automobilindustrie. Eine Beschwerde bei der WTO liegt bereits vor und es gibt auch eine Liste von möglichen Gegenmaßnahmen, mittels derer US-amerikanische Produkte im Gegenzug belastet werden könnten. Deren Umsetzung bräuchte jedoch Wochen. Zwischen Peking und Washington ist der Handelskrieg bereits eskaliert. 

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