Rechnungsprüfung im Pentagon fördert verschwundene Helikopter und mysteriöse Ausgaben zutage

Rechnungsprüfung im Pentagon fördert verschwundene Helikopter und mysteriöse Ausgaben zutage
Blick auf das Pentagon vom "Air Force Memorial" aus; Arlington, Virginia, USA, 11. September 2017.
Der US-Präsident hat dem Pentagon 2017 aufgetragen, eine umfangreiche Rechnungsprüfung einzuläuten. Das teure Mammutprojekt fördet erste Lücken zutage. Zuvor hatte sich das Pentagon dieser Pflicht entzogen, die Kriegsführung habe hierfür keine Zeit gelassen.

Das Weltwirtschaftsforum hat das US-amerikanische Verteidigungsministerium zum größten Arbeitgeber der Welt erklärt. Rund 3,2 Millionen Menschen sind für die Behörde tätig, aber bisher hat es sich stets einer Rechnungslegung entzogen. Damit ist nun Schluss, die erstmalige Durchsicht der Bücher dürfte allerdings kostspielig werden.

Die Rechnungsprüfung des Pentagon wird in diesem Jahr rund 367 Millionen Dollar kosten, weitere 551 Millionen Dollar werden benötigt, um Probleme in der Buchführung zu beseitigen. Etwa 2.400 Personen sind mit der Aufarbeitung der lückenhaften Buchführung beschäftigt. Als Rechnungsprüfer ernannte US-Präsident Donald Trump den ehemaligen Rechnungsprüfer des Heimatschutzes, David Norqvist. Dessen Ziel ist es, die Nachprüfungen bis März 2019 abgeschlossen zu haben. Die Konstruktion des Pentagon mit separaten Buchführungen von Armee, Navy und Subunternehmen macht es schwer, einen Überblick zu erlangen. 

"Mysteriöse Objekte" verschlingen 21 Billionen US-Dollar

Norqvist gab an, dass der Heimatschutz zehn Jahre für eine saubere Rechnungslegung gebraucht hätte. Und die Größe des Heimatschutzes ist im Vergleich zum Pentagon viel geringer. Aber man sei dem Steuerzahler gegenüber verpflichtet. Erste Lücken in der Inventur sind unterdessen bereits aufgetaucht. So wurden 39 UH-60 Black Hawk Helikopter offenkundig nicht richtig im System vermerkt. Sie fehlen in den Büchern: 

Die Luftwaffe hat 478 Strukturen und Gebäude mit 12 Installationen, die nicht mit ihrem wirklichen Vermögenswert vermerkt wurden. 

Die Fehlbestände in der Buchführung beziehen sich auch auf Personen. Laut einem Bericht verlor das Pentagon weltweit 44.000 Soldaten an einem als "unbekannt" bezeichneten Ort.

Das Pentagon habe zudem 21 Billionen Dollar für "mysteriöse Objekte" ausgegeben. Mark Skidmore, Professor für Ökonomie an der MSU, Spezialgebiet öffentliche Finanzen, fand heraus, dass das Verteidigungsministerium und das "Housing and Urban Development" gemeinsam diese Summe für "mysteriöse Dinge" zwischen 1998 und 2015 ausgaben:

Das ist noch unvollständig, aber wir haben 21 Billionen an Angleichungen während dieser Periode entdeckt. Der Großteil ist für die Armee. Wir konnten [Bücher für] 13 der 17 Jahre finden und wir entdeckten darin 11,5 Billionen Dollar nur für die Armee.  

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