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"Unparteiischer" Journalismus? – US-Sender beschneiden Trumps Rede zu Wahlbetrug und zünden Debatte

"Unparteiischer" Journalismus? – US-Sender beschneiden Trumps Rede zu Wahlbetrug und zünden Debatte
"Unparteiischer Journalismus" – US-Sender beschneiden Trumps Rede zu Wahlbetrug und lösen damit eine Debatte aus (US-Präsident Donald Trump hält eine landesweit live übertragene Rede im Brady Briefing Room des Weißen Hauses in Washington, D.C. am 5. November 2020.)
"Das ist nicht euer Job!" – Es ist eine heftige Debatte über die Rolle des Journalismus entbrannt, weil mehrere US-Medien eine Live-Ansprache abgeschnitten hatten, als der amtierende US-Präsident Donald Trump seinen Vorwurf des Wahlbetrugs erhob.

Wenn jemand Beweise suchte für das Stattfinden von Medienzensur – oder vielmehr: für die Zensur durch Medien, ausgerechnet auf dem Leuchtturm der westlichen Demokratie, in den Vereinigten Staaten von Amerika – so wurde ihm nun eine frische Lieferung dafür "schwarz auf weiß" zugestellt:

Symbolbild: USPS-Fahrzeug, Pennsylvania, Lewisburg, USA, 22. August 2020.

In einem beispiellosen Akt kappten die Nachrichtensender MSNBC, NBC News, CNBC, CBS News, ABC News – ja, sogar auch der öffentlich finanzierte Sender NPR – ihre Live-Übertragungen aus dem Weißen Haus, als der amtierende US-Präsident Donald Trump begann, über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Abgabe der Wahlstimmen während der Präsidentschaftswahlen 2020 zu sprechen. Von den großen Sendern entschieden sich lediglich Fox und CNN dafür, die Rede weiter und damit in voller Länge auszustrahlen. Auch auf CNN wurde jedoch während der Rede ein Untertitel eingeblendet, der das kommentierte: "Ohne jeden Beweis erklärt Trump, dass er betrogen wird."

Während seiner Rede am Donnerstagabend verwies Trump auf angebliche "Wahlbeeinträchtigungen durch Big Media, Big Money und Big Tech", also Medien-, Finanz- und High-Tech-Konzerne, und er behauptete, dass die Republikaner "an allen wichtigen Standorten mit großem Vorsprung gewannen" und dass erst später ihre "Zahlen auf wundersame Weise im Verborgenen vernichtet wurden".

Die betreffenden Medienhäuser verteidigten ihre Entscheidungen, Trumps provokative Äußerungen zu unterdrücken, mit dem Argument, sie wollten keine unbegründeten Behauptungen über die Wahlen verbreiten. Manche nahmen sich auch gegenseitig in Schutz, wie etwa der CNN-Journalist Oliver Darcy, der auf Twitter die Entscheidungen einiger Medienhäuser kommentierte und in einer selbstangemaßten Rolle eines Anklägers und Richters in Personalunion zum Beispiel folgendermaßen urteilte:

MSNBC unterbrach Trump sofort, als er die Integrität des US-Wahlsystems  untergraben wollte: 'Hier sind wir wieder in der ungewöhnlichen Lage, nicht nur den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu unterbrechen, sondern den Präsidenten der Vereinigten Staaten auch zu korrigieren...'

Trump wirft Medien und Big Tech Wahleinmischung vor:

Die oben zitierte Aussage machte MSNBC-Moderator Brian Williams, als sein Sender sich entschlossen hatte, Trump abzuschneiden. Nachrichtensprecher bei anderen Sendern machten ähnliche Bemerkungen.

Der Chefredakteur von USA Today erklärte dazu, den Livestream der Ansprache von Trump beendet zu haben, weil es die Aufgabe des Senders sei, "die Wahrheit zu verbreiten – nicht unbegründete Verschwörungen".

Shep Smith von CNBC erklärte live auf Sendung: "Wir werden nicht zulassen, dass das weitergeht, weil es nicht wahr ist."

Derartigen "Argumenten" hielten im Internet viele entgegen, dass solche brisanten Anschuldigungen, zumal vonseiten des US-Präsidenten, an und für sich durchaus Nachrichtenwert haben und von der Natur der Berichterstattung her wert seien, auch Live-Sendezeit zu verdienen. Twitter-Benutzer wiesen außerdem darauf hin, dass man in den Redaktionen der Sender gar nicht mit Sicherheit sofort wissen könne, ob Trump lügt und Fehlinformationen verbreitet – oder ob er doch die Wahrheit ausspricht. Daher solle die Aufgabe der Sender einfach darin bestehen, unvoreingenommen wiederzugeben, was Trump gesagt hatte.

Es folgen einige Beispiele (mit einem Zitat des oben erwähnten CNBC-Nachrichtensprechers):

Präsident Trump sprach soeben im Weißen Haus, während die Schlüsselbundesstaaten weiterhin Stimmen zählen. Shep hat die Fakten: "Was der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, ist zum großen Teil absolut unwahr."

Wie könnt ihr das wirklich wissen? Also wirklich wissen???? Seid ihr auf die Straßen gegangen? recherchiert jemand zu diesen Anschuldigungen – oder wehren alle einfach mit der Hand ab, wie meine kleine Tochter, und sagen: "Ich will das nicht hören!"? Die Integrität unseres Landes wird infrage gestellt.

Wow! Das ist der schlechteste Journalismus, den ich je gesehen habe. Selbst wenn @realDonaldTrump falsch lag, ist es nicht eure Aufgabe, sein Argument mit eurer Meinung zu kontern. Das unvoreingenommene, aufgabenorientierte @CNBC, das ich früher geliebt habe, gibt es nicht mehr!

Der frühere Präsidentschaftskandidat der US-Grünen, Ralph Nader, war besonders empört darüber, dass der NPR sich weigerte, Trumps Bemerkungen vollständig wiederzugeben. Er wies verärgert darauf hin, dass sich die US-Amerikaner wenigstens auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlassen können sollten, wenn kommerzielle Sender versagen sollten.

Trump spricht jetzt vor den Medien. Der NPR unterbrach ihn für eine Faktenprüfung. Eine inakzeptable Entscheidung. Dann habe ich mich durch all die vielen kommerziellen Sender gezappt – sie alle haben Trumps Bemerkungen nicht gebracht. Sie missbrauchen unseren öffentlichen Funkraum, völlig ungeniert.

"Verlangt Erklärungen vom NPR und den kommerziellen Sendern, Faktenprüfungen können auch später folgen", twitterte er noch.

Die redaktionellen Entscheidungen ernteten in den sozialen Medien teils aber auch viel Beifall. Viele vertraten die Ansicht, dass die Nachrichtenmedien zu lange damit gewartet hätten, die Live-Ansprachen des US-Präsidenten auf eine schwarze Liste zu setzen.

Meisterhaft. So geht man mit Desinformation um.

Im Wahlkampfstab von Trump behauptet man, es habe Unregelmäßigkeiten und Betrug im Zusammenhang mit Stimmzetteln per Briefwahl gegeben. Diese sollen entweder postalisch verspätet eingetroffen oder aber nicht den erforderlichen Kontrollen durch Beobachter unterzogen worden sein; Wahlbeobachter in mehreren Schlüsselstaaten sollen angeblich an der Ausführung ihrer Aufgabe gehindert worden sein.

Im US-Bundesstaat Nevada reichte Trumps Team Klage ein: Man erklärte, Beweise dafür zu haben, dass dort Tausende von in diesem Staat nicht mehr Ansässigen illegal gewählt hätten. Auch in Pennsylvania, Georgia und Michigan wurden ähnliche Klagen eingereicht. Trump beantragte bereits eine Nachzählung in Wisconsin, wo der siegbringende Vorsprung Bidens weniger als einen Prozentpunkt betrug.

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