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Immer mehr Kinder in den USA haben nicht genug zu essen

Immer mehr Kinder in den USA haben nicht genug zu essen
Ein kleines Mädchen schiebt einen Einkaufswagen bei der Lebensmittelbank in McArthur, Ohio, USA.
Es ist ein weiterer Aspekt der Corona-Krise, aber ein besonders erschütternder: Nach den neuesten Zahlen der Bundesbehörde United States Census Bureau ist die Zahl der Kinder in den Vereinigten Staaten, die nicht genug zu essen haben, dramatisch gestiegen.

Einem Bericht des Online-Magazins The Intercept zufolge hat sich die Ernährungsnot in den US-Haushalten zwischen 2019 und August dieses Jahres fast verdreifacht. Das Magazin bezieht sich in seinem Beitrag auf neue Daten des United States Census Bureau und dem US-Landwirtschaftsministerium und einer Analyse des in Washington ansässigen Think Tanks Center on Budget and Policy Priorities (CBPP). 

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Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der Anteil US-amerikanischer Kinder, die manchmal nicht genug zu essen haben, aktuell bis zu 14-mal höher ist als im Vergleich zum letzten Jahr. Das US-Landwirtschaftsministerium führt jährlich Studien über die Ernährungsunsicherheit in den USA durch und veröffentlichte diesen Monat seinen Bericht über das Jahr 2019. Das Census Bureau begann im April mit häufigen Haushaltsbefragungen als Antwort auf die Corona-Krise.

Die Analyse des in Washington ansässigen Think Tanks Center on Budget and Policy Priorities (CBPP)ergab, dass 3,7 Prozent der US-Haushalte angaben, im Jahr 2019 manchmal oder oft "nicht genug zu essen" zu haben. Doch die jüngsten Daten von Ende August dieses Jahres zeigten, dass nun zehn Prozent der Haushalte angaben, sie hätten in den letzten sieben Tagen manchmal oder oft nicht genug zu essen gehabt. Der Grad der Ernährungsunsicherheit in schwarzen und lateinamerikanischen Haushalten ist mit 19 Prozent bzw. 17 Prozent deutlich höher als in weißen Haushalten (sieben Prozent).

Während etwa ein Prozent der Erwachsenen mit Kindern mitteilten, dass ihre Kinder im Jahr 2019 manchmal oder oft hungern müssten, gaben im August 2020 zwischen neun und 14 Prozent an, dass ihre Kinder manchmal hungern müssten. Das CBPP schätzt, dass dies insgesamt etwa fünf Millionen Kinder im Schulalter betrifft.

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Laut The Intercept stellen die Zahlen ein Scheitern der Ernährungsprogramme der US-Bundesregierung dar. Zwar gebe es mit dem "Supplemental Nutrition Assistance Program" (Lebensmittelmarken), dem kleineren Sonderprogramm für Zusatzernährung für Frauen, Säuglinge und Kinder, WIC, und dem nationalen Schulspeisungsprogramm Maßnahmen gegen den Hunger, doch diese seien ungenügend. Auch das im März dieses Jahres im Rahmen der Corona-Krise vom US-Kongress beschlossene temporäre Programm namens Pandemie-EBT, das die Schulspeisung für Kinder, die von zu Hause aus lernen, ersetzen sollte, löse das Problem nicht.

Dem Online-Magazin zufolge berichteten private Lebensmittelbanken aus großen Städten bis hin zu kleinen Ortschaften, dass sie überfordert seien. Tausende stünden in Texas in ihren Autos Schlange, um Lebensmittel zu bekommen. Bei einer Lebensmittelbank in Südflorida sei die Nachfrage um 600 Prozent gestiegen. In New York City sei die Zahl der Menschen, die von einer Notvorratskammer mit Lebensmitteln versorgt werden müssen, von 3.715 im Februar auf über 18.000 angestiegen.

Dabei gäbe es genug zu essen – The Intercept verweist darauf, dass nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums in den letzten Jahren 31 Prozent des US-Lebensmittelangebots auf Einzelhandels- und Verbraucherebene auf die eine oder andere Weise weggeworfen wurden. Dies entspreche Nahrungsmitteln im Wert von 161 Milliarden US-Dollar. Das sei fast doppelt so viel, wie die Bundesregierung für alle ihre Nahrungsmittelprogramme zusammen ausgebe.

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