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Chef von US-Pharmagigant Pfizer: Impfverweigerer werden Kampf gegen Corona gefährden

Chef von US-Pharmagigant Pfizer: Impfverweigerer werden Kampf gegen Corona gefährden
Albert Bourla (2. v. r.), Vorstandsvorsitzender des Pharmaunternehmens Pfizer, wartet darauf, die Schlussglocke an der New Yorker Börse (NYSE) zu läuten, 17. Januar 2019
Der US-Pharmakonzern Pfizer spielt bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs in der ersten Liga. Kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen soll ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Ein großer Teil der US-Bevölkerung ist jedoch nicht bereit, sich impfen zu lassen. Ein Problem für die Pharmaindustrie.

Längst ist der Wettkampf darum entbrannt, wer den ersten flächendeckend einsetzbaren Corona-Impfstoff auf dem internationalen Markt platzieren wird. Dabei geht es offiziell selbstverständlich darum, der "globalen Gefahr" von COVID-19 den Garaus zu machen und die Menschheit vor einer mutmaßlich weiteren Ausbreitung der tagtäglich beschworenen Pandemie zu bewahren. Es soll nicht um Profite, sondern den Schutz des Lebens gehen.

Eine Krankenschwester bereitet eine Vakzine gegen die saisonale Grippe vor: Einer Umfrage zufolge will sich in diesem Jahr etwa jeder zweite Bundesbürger gegen Influenza impfen lassen.

Jetzt warnte der mutmaßliche Menschenfreund und Vorsitzende des Pharmagiganten Pfizer, Albert Bourla, davor, dass diejenigen, die sich einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus in Zukunft verweigern würden, dadurch eine weitere Ausbreitung des Virus ermöglichen. Sie würden sich durch ihre ablehnende und dadurch unsolidarische Haltung zum gefährlichen "schwachen Glied" in der Kette machen.

Sie werden das Leben anderer Menschen beeinflussen, denn wenn sie sich nicht impfen lassen, werden sie zum schwachen Glied, das die Vermehrung dieses Virus ermöglicht", erklärte Bourla am Dienstag.

Dass der Pharmakonzern Pfizer im Rennen um einen Corona-Impfstoff ganz vorn mitspielt, versteht sich von selbst. Vor wenigen Tagen erklärte Bourla, es gebe eine "mehr als 60-prozentige Chance", dass seine Firma bis Ende Oktober – also just wenige Tage vor den US-Präsidentschaftswahlen – wisse, ob ihr Impfstoff einsatzfähig sei. In Phase III der pharmakologischen Prüfung wurde bereits rund 26.000 Menschen der Pfizer-Impfstoff verabreicht.

Eine politische Beeinflussung aufgrund des Timings weist Bourla jedoch weit von sich, auch wenn ihn der Verdacht nicht ruhen lasse.

Das spüre ich jeden Tag. Viele Male dachte ich: Wenn es doch nur eine Woche später sein könnte. Aber wir müssen den Kurs beibehalten. Wenn die Ergebnisse schneller kommen, ist es besser für die Gesellschaft. Ich war erstaunt, wie schnell sich meine Organisation bewegte, und ich glaube, es lag nur an dem Ziel", gab Bourla zu Protokoll.

Was die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber einer Corona-Impfung anbelangt, zeigte sich der Pfizer-Vorsitzende und Geschäftsführer indes verständnisvoll. Er verstehe die Sorgen in der Bevölkerung gegenüber schnell entwickelten Impfstoffen, die potenziell durchaus mehr Schaden als Nutzen zeitigen könnten. Auf Pfizer-Qualität sei jedoch Verlass. So werde man die Zulassung bei der U. S. Food and Drug Administration nur dann beantragen, wenn die entsprechenden Daten sicherstellen, dass der hauseigene Impfstoff sowohl sicher als auch wirksam sei.

Wir werden unser Produkt und unseren Impfstoff unter Anwendung der höchsten ethischen Standards entwickeln", ergänzte der Doktor der Veterinärmedizin.

Am Dienstag verpflichteten sich neun führende US-amerikanische und europäische Impfstoffentwickler, darunter auch Pfizer, "die Integrität des wissenschaftlichen Prozesses aufrechtzuerhalten, während sie auf mögliche weltweite Zulassungsanträge und -genehmigungen der ersten COVID-19-Impfstoffe hinarbeiten".

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterlaufen derzeit mindestens dreißig potenzielle Corona-Impfstoffe klinische Tests. Die zunehmende Impfscheu der US-Bevölkerung "beunruhige jedoch die medizinischen Experten", berichtet das US-Onlinemagazin National Interest.

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In einer am 7. September von USA Today veröffentlichten Umfrage gaben zwei Drittel der US-Wahlberechtigten an, dass sie nicht beabsichtigten, sich gegen "Corona" impfen zu lassen, wenn der entsprechende Impfstoff auf dem Markt sei. Eine Gallup-Umfrage im vergangenen Monat ergab, dass 35 Prozent der Amerikaner einen kostenlosen Corona-Impfstoff ablehnen würden, selbst wenn er von der FDA zugelassen würde.

Unter den sogenannten Hispanos (17 Prozent) und den sogenannten Afroamerikanern (15 Prozent) ist die Ablehnung gegenüber einem möglichen Corona-Impfstoff sogar noch höher.

Für den weltweiten Vergleich wartet das World Economic Forum mit einer eigenen Erhebung derweil mit anderen Zahlen auf. So seien 74 Prozent der Erwachsenen bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sobald ein wirksamer Impfstoff für die Öffentlichkeit verfügbar sei.

In der Außenkommunikation ist es laut Bourla für den Pfizer-Konzern nun entscheidend, das Augenmerk nicht mehr auf den Profit, sondern die durch die eigenen Produkte geretteten Menschenleben zu richten.

Bourla erklärte, dass die Bemühungen für die Impfstoffentwicklung den Ruf seiner Industrie insgesamt verbessert hätten. Das Image habe vor der Pandemie "nicht nur aufgrund schlechter Leistungen, sondern auch wegen uns auf der Kippe gestanden. Jahrelang sprachen die Chefs von Pfizer zum Beispiel darüber, wie viel Geld wir mit Lipitor [ein Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels, Anm. d. Red.] verdient haben, anstatt darauf hinzuweisen, wie viele hundert Millionen Menschenleben durch Lipitor gerettet wurden. Das haben wir uns selbst angetan".

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