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Untersuchung von Fettleibigkeit: Wissenschaftler ließen sich von Coca-Cola bezahlen

Untersuchung von Fettleibigkeit: Wissenschaftler ließen sich von Coca-Cola bezahlen
Ähnlich wie die Tabakindustrie versuchte auch das Unternehmen Coca-Cola, Einfluss auf unangenehme Forschungsergebnisse zu nehmen.
Das Global Energy Balance Network (GEBN), eine 2014 gegründete Forschungsgruppe, sollte die Ursachen für Fettleibigkeit untersuchen. Doch nun stellte sich heraus, dass die Gruppe von Coca-Cola bezahlt wurde – die "Forschungsergebnisse" fielen entsprechend aus.

Der Getränkehersteller Coca-Cola spendete Millionen US-Dollar an ein Forscherteam eines gemeinnützigen Vereins, das nach den Ursachen für übermäßige Gewichtszunahme in den USA forschen sollte. Am Ende entpuppte sich das Team jedoch als eine Art "Frontgruppe" für den Getränkehersteller und warb für die Idee, dass Bewegungsmangel und nicht eine schlechte Ernährung die Hauptursache für die Adipositas-Epidemie in den USA sei.

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Darüber hinaus versuchte die Gruppe, die Tatsache herunterzuspielen, dass Coca-Cola ein Spender ihrer Forschung war und wie viel Geld das Unternehmen an die Gruppe gespendet hatte. Für die Untersuchung dieses dubiosen Vorgangs, die in der Zeitschrift Public Health Nutrition veröffentlicht wurde, schlossen sich Forscher der Universität Oxford, der London School of Hygiene & Tropical Medicine, der Universität Bocconi in Mailand, Italien, und des U.S. Right to Know zusammen.

Die Forscher sahen sich dazu mehr als 18.000 Seiten aus den E-Mails zwischen Coca-Cola in Atlanta, der Universität West Virginia und der Universität von Colorado an. Beide Universitäten gehörten dem sogenannten Global Energy Balance Network (GEBN) an, einer gemeinnützigen Organisation zur Erforschung der Fettleibigkeit, die von 2014 bis 2015 tätig sein sollte.

Bei der Untersuchung kam heraus, dass Coca-Cola GEBN direkt finanzierte, indem es bis 2015 mindestens 1,5 Millionen US-Dollar beisteuerte. Zudem verteilte der Konzern weitere Millionen an GEBN-angegliederte Akademiker zur Durchführung von Forschungsarbeiten. "Coca-Cola nutzte somit Akademiker des öffentlichen Gesundheitswesens, um klassische Taktiken der Tabakindustrie anzuwenden, und seine Profite zu schützen", sagte Gary Ruskin, Exekutivdirektor der Organisation U.S. Right to Know. Ziel sei es gewesen, den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und zuckerhaltigen Getränken zu minimieren.

Laut Ruskin sei dies ein Tiefpunkt in der Geschichte des öffentlichen Gesundheitswesens. Er warnte vor den Gefahren, die mit der Annahme einer Finanzierung durch Unternehmen für die Arbeit im öffentlichen Gesundheitswesen verbunden seien. Der Untersuchung zufolge habe es zwei Hauptstrategien gegeben, von denen die erste Information und Kommunikation war.

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Dazu habe auch gehört, Coca-Cola als Finanzierungsquelle zu verschleiern und die Belege für einen Zusammenhang zwischen Zucker und Fettleibigkeit zu "bearbeiten". In einer E-Mail-Kette versuchten die Forscher beispielsweise, die Anzahl der Partner und Spender aufzublähen, damit es nicht so aussah, als sei Coca-Cola der Hauptspender der Gruppe.

Wir werden dies [die Coca-Cola-Finanzierung] sicherlich irgendwann offenlegen müssen. Unsere Präferenz wäre es, zuerst andere Geldgeber an Bord zu haben. (...) Im Moment haben wir zwei Geldgeber. Coca-Cola und ein anonymer Einzelspender. (...) Besteht die Aufnahme der Universitäten als Geldgeber/Unterstützer den red-face-test?", heißt es beispielsweise in einer E-Mail.

"Red-face-test" (Rotes-Gesicht-Test) ist eine Umschreibung im Englischen für eine peinliche Angelegenheit. Die Gruppe fragte auch, ob die Universitäten Richtlinien über die Offenlegung des Betrags einer Spende hätten, damit sie nicht offenlegen müssten, wie viel Coca-Cola gespendet hatte.

Wir verwalten einige GEBN-Anfragen, und obwohl wir Coke als Sponsor offenlegen, wollen wir nicht offenlegen, wie viel sie gespendet haben", heißt es in einer weiteren E-Mail.

Die zweite Strategie war offenbar eine Art Koalitionsbildung, die den Aufbau des Coca-Cola-Forschernetzwerks und den Aufbau von Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern umfasste. Dazu gehörte, dass Forscher Mitglieder der Legislative des US-Bundesstaats West Virginia trafen und Coca-Cola eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern unterstützte, die von der damaligen Vizepräsidentin von Coca-Cola, Rhona Applebaum, als "E-Mail-Familie" bezeichnet wurde.

"Die 'E-Mail-Familie' von Coca-Cola ist nur das jüngste Beispiel für die entsetzliche Kommerzialisierung der Arbeit der Universitäten und des öffentlichen Gesundheitswesens", so Ruskin. Und er fügte hinzu: "Akademiker des öffentlichen Gesundheitswesens in einer 'E-Mail-Familie' mit Coke sind wie Kriminologen in einer E-Mail-Familie mit Al Capone."

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