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Wissenschaft absurd: Neigen AfD-Wähler zu "Verschwörungsmentalität"?

Wissenschaft absurd: Neigen AfD-Wähler zu "Verschwörungsmentalität"?
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Wähler der AfD wittern häufiger als andere Verschwörungen, berichtet die dpa unter Berufung auf eine Studie der Uni Leipzig. Das Vorgehen der Wissenschaftler wirft allerdings Fragen auf. Letztlich geht es nur um die Selbstbestätigung des Mainstreams.

von Andreas Richter

Am frühen Dienstagmorgen veröffentlichte die Nachrichtenagentur dpa eine Meldung mit der Überschrift "AfD-Wähler wittern häufiger als andere Verschwörungen". Wie üblich griffen zahlreiche Mainstreammedien, unter ihnen etwa Zeit Online und Stern.de, die Meldung auf und übernahmen sie nahezu unverändert.

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Der Inhalt der Meldung ist schnell wiedergegeben: Darin heißt es, dass AfD-Wähler eher zu einer "Verschwörungsmentalität" neigen als solche anderer Parteien. Belegt wird diese Aussage mit einer Studie des Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.

Teilnehmer dieser Autoritarismus-Studie wurden laut Meldung nach ihrer Meinung zu diesen Aussagen gefragt:

Politiker und andere Führungspersönlichkeiten sind nur Marionetten der dahinterstehenden Mächte.

Und:

Es gibt geheime Organisationen, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben.

Stimmten sie diesen zu, weisen sie nach Auffassung der Wissenschaftler eine Neigung zur "Verschwörungsmentalität" auf. Und, Überraschung, unter den Wählern der AfD, aber auch der Linken sei diese Neigung weiter verbreitet als bei Wählern der CDU.

Ein Blick in die Studie selbst verrät, dass die Befragten ihre Antwort auf einer Art Skala festlegen sollten, die von 1 ("stimme überhaupt nicht zu") bis 7 ("stimme voll und ganz zu") reichte, die 4 wäre demnach neutral. Die dritte abgefragte Aussage, die es nicht in die Meldung schaffte, lautete im übrigen:

Die meisten Menschen erkennen nicht, in welchem Ausmaß unser Leben durch Verschwörungen bestimmt wird, die im Geheimen ausgeheckt werden.

Wer diesen drei Aussagen "überhaupt nicht" zustimmt, ist also nach Meinung der Autoren am weitesten von einer "Verschwörungsmentalität" entfernt und wird implizit positiv bewertet. Politiker sind demnach also keine "Marionetten", es gibt keine Geheimorganisationen, die politische Entscheidungen beeinflussen, Geheimverschwörungen bestimmen das Leben der Allgemeinheit nicht in nennenswertem Ausmaß. Anders gesagt, wer den Mainstream bejaht, gibt keinen Grund zur Sorge. 

Mit Blick auf die bundesrepublikanische Wirklichkeit und den immer offenkundiger werdenden Rissen in der Mainstream-Matrix drängt sich allerdings die Frage auf, ob "Verschwörungsmentalität" nicht eher mit "gesundem Menschenverstand" übersetzt werden sollte. Es fragt sich auch, wie wissenschaftlich eine derart betriebene Wissenschaft sein kann und wie objektiv ein Journalismus, der daraus eine Meldung bastelt und verbreitet, in der es letztlich wieder einmal nur um die Diskreditierung der AfD-Wähler geht.

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