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Live aus Moldawien: Gegen Korruption und die EU - Tausende protestieren erneut in Kischinau

Live aus Moldawien: Gegen Korruption und die EU - Tausende protestieren erneut in Kischinau
Am Mittwoch stürmten Tausende Demonstranten das Parlament in der moldawischen Hauptstadt Kischinau. Sie sind wütend über korrupte Eliten und den Pro-Eu-Kurs der Regierung.

Im September letzten Jahres versammelten sich bereits bis zu 100.000 Menschen in Kischinau. Bei einem Korruptionsskandal, der 2015 ans Licht kam und in den Führungskräfte bis in die Regierung verwickelt sein sollen, sind etwa 1,3 Milliarden Euro verschwunden, was ungefähr einem Achtel der Wirtschaftskraft des Landes entspricht, deren Spur sich bei Off-Shore-Banken verlor. Als Folge sank der Lebensstandard und es kam zu einem signifikanten Anstieg der Inflation. Ende Oktober 2015 wurde der damalige pro-europäische Ministerpräsident Valeriu Strelet durch das Parlament abgewählt. Kurz vor den Wahlen im Jahr 2014 verbot man die laut Umfragen stärkste pro-russische Partei, was vermutlich dem pro-europäischen Lager den Wahlsieg mit 44% gegenüber 38% der restlichen pro-russischen Parteien einbrachte. Mittwoch wurde erneut ein pro-europäischer Ministerpräsident ohne Debatte mit 57 Ja-Stimmen von 78 möglichen ernannt. In Moldawien herrscht eine starke pro-russische Stimmung; das Land ist förmlich gespalten. Die Menschen aus dem pro-russischem Lager fühlen sich verraten und verkauft. Die erneute Ernennung eines EU-Befürworters lies die Wut der Demonstranten so hoch kochen, dass sie das Parlament stürmten. Es kam zu mehreren Verhaftungen und heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, bei denen Menschen auf beiden Seiten verletzt worden sind. Auch heute haben sich wieder Tausende zum Protest in Kischinau zusammengefunden. Wir übertragen den Protest live.

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