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Serbien führt wegen COVID-19 landesweite Ausgangssperre ein – Armee in den Strassen

Serbien führt wegen COVID-19 landesweite Ausgangssperre ein – Armee in den Strassen
Serbien verhängte am Dienstag eine landesweite Ausgangssperre von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen. Menschen über 65 Jahren ist es komplett verboten, ihre Häuser zu verlassen. Damit soll die Ausbreitung des Corona-Virus drastisch eingedämmt werden. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić sagte, die Maßnahme – die bisher härteste in Europa – solle Leben retten.

Vučić sagte auch, dass die für den 26. April geplanten Parlamentswahlen verschoben würden, bis die Situation mit dem Corona-Virus vorbei sei. Er erklärte, dass die Armee in Serbien Krankenhäuser, Grenzkontrollpunkte und 17 Einwanderungszentren übernehme. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem der Präsident inmitten des Corona-Virus-Ausbruchs am Sonntagabend den Ausnahmezustand ausgerufen hatte.

Aufnahmen vom Dienstag zeigen Soldaten mit Schusswaffen und Atemschutzmasken, die in den belebtesten und beliebtesten Straßen der serbischen Hauptstadt patrouillieren. Der Ausnahmezustand bedeutet auch, dass Schulen, Kindergärten, Universitäten, Sporthallen, Stadien, Nachtclubs und Cafés geschlossen sind. Personen über 65 Jahre dürfen ihr Haus nicht verlassen.

Bereits in der Nacht zum Montag sind die Grenzen des Landes für fast alle Ausländer geschlossen worden. Ausnahmen gelten nach Angaben von Ministerpräsidentin Ana Brnabić  für Diplomaten mit ihren Familien sowie Ausländer mit unbegrenzter Aufenthaltsgenehmigung in Serbien.

Präsident Vučić appellierte an China, Corona-Virus-Experten nach Serbien zu schicken. Er kritisierte, dass es keine "europäische Solidarität" im Vorgehen gegen die Pandemie gebe. Serbien strebt den Beitritt in die EU an, pflegt aber auch einen engen Kontakt zu China.

Serbien meldet derzeit 72 bestätigte Fälle von COVID-19 und ist bisher eines der wenigen europäischen Länder, das noch keinen Todesfall gemeldet hat.

Mehr zum Thema – Nur China hilft uns": Serbiens Präsident beklagt ausbleibende EU-Hilfe in der Corona-Krise

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