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Putin zu Tiergarten-Mord: Deutschland mehrfach erfolglos um Auslieferung des Mörders gebeten

Putin zu Tiergarten-Mord: Deutschland mehrfach erfolglos um Auslieferung des Mörders gebeten
Als gestern die Staatsoberhäupter Russlands, Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine zu einem Normandie-Treffen zur Neubelebung des Minsker Friedensabkommens in Paris zusammenkamen, gab es auch ein bilaterales Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem russischen Präsidenten Putin. Beide sprachen über den Tiergarten-Mord, bei dem der Generalbundesanwalt eine Verwicklung russischer staatlicher Institutionen vermutet. Putin wies dies zurück und machte Berlin Vorwürfe.

Am 23. August war der ehemalige militante Islamist Selimchan Changoschwili alias Tornike K. im Kleinen Tiergarten in Berlin durch einen Kopfschuss ermordet worden. Der ethnische Tschetschene hatte in den Reihen der Islamisten im Tschetschenienkrieg gekämpft und erhielt später die georgische Staatsbürgerschaft.

Die Ermittlungen hat der Generalbundesanwalt übernommen, da der Verdacht vorliege, dass eine russische Federführung hinter dem Mord stehe. Der kurz nach der Tat ergriffene Hauptverdächtige soll sich in Schweigen hüllen.  

Es bestehen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass die Tötung von Tornike K. entweder im Auftrag von staatlichen Stellen der Russischen Föderation oder solchen der Autonomen Tschetschenischen Republik als Teil der Russischen Föderation erfolgt ist, so heißt es in der Pressemitteilung des Generalbundesanwalts.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warf Russland vor, nicht bei der Aufklärung des Mordes geholfen zu haben. Aufgrund dessen hatte Deutschland am Mittwoch zwei russische Diplomaten des Landes verwiesen.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hatte diese Behauptung wenig später zurückgewiesen und betont, dass zwischen Russland und Deutschland extra "Kanäle für die Kommunikation zwischen den Strafverfolgungsbehörden" bestehen. Er verstehe nicht, worauf diese Anschuldigungen gründen. 

Putin verurteilte gestern in Paris den deutschen Entschluss, russische Diplomaten aufgrund eines bloßen Verdachts auszuweisen: 

Ich weiß nicht, was mit ihm passiert ist. Es ist ein kriminelles Umfeld, in dem alles passieren kann. Aber ich glaube, es ist nicht angebracht, Diplomaten, die damit nichts zu tun haben, nur auf der Grundlage  vorläufiger Schlussfolgerungen auszuweisen.

Er versicherte, dass Russland bei der Aufklärung helfen werde, soweit dies möglich ist, kritisierte aber zeitgleich die fehlende Kooperation seitens Deutschlands. 

Dieser Mann wurde von uns gesucht. Das ist ein Militanter, ein sehr blutrünstiger Mann. Bei nur einer der Aktionen, an denen er beteiligt war, wurden 98 Menschen durch ihn getötet. Er war einer der Organisatoren der Explosionen in der Moskauer U-Bahn. [...] Aber ich stimme der Kanzlerin zu, dass wir das herausfinden müssen. Wir werden unser Bestes tun, um dies zu klären und unseren deutschen Kollegen zu helfen. Übrigens wäre es toll, wenn wir nicht nur unter solch tragischen Umständen, sondern auch schon früher zusammenarbeiten könnten. Die russische Seite hatte mehrmals darum gebeten, diesen bewaffneten Verbrecher, den Mörder, auszuliefern. Leider hatten wir keine Übereinkunft erreicht.

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