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Bolivien versinkt im Chaos: Morales tritt nach Welle der Gewalt zurück und spricht von Staatsstreich

Bolivien versinkt im Chaos: Morales tritt nach Welle der Gewalt zurück und spricht von Staatsstreich
Angesichts gewaltsamer Unruhen und Krawalle hat Boliviens Präsident Evo Morales gestern in einer Fernsehansprache vor der Nation seinen Rücktritt angekündigt. Zahlreiche seiner Minister taten es ihm gleich und verließen ihre Posten. Morales erklärte, dass er und seine politischen Partner von den Führern der Opposition – dem ehemaligen Präsidenten Carlos Mesa und dem Aktivisten Luis Fernando Camacho – bedroht werden. "Sie (Mesa und Camacho) bedrohen unser Leben", so Morales.

Die Äußerungen machte Morales, nachdem ihm sowohl der Chef der Streitkräfte als auch der Generalkommandeur der bolivianischen Polizei Morales dringend den Rücktritt nahelegten, um "Ordnung und Frieden" wieder herzustellen. Die oppositionellen Krawalle scheinen völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Protestierende stürmten das Haus von Morales und verwüsteten es, auch das seiner Schwester soll in Brand gesteckt worden sein. Wie Morales erklärt, hätte die Opposition ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Folgende Aufnahmen zeigen etwa die Bürgermeisterin der kleinen bolivianischen Stadt Vinto, Patricia Arce Guzmán. Oppositionelle haben sie ergriffen, geschlagen, ihren Kopf mit roter Farbe übergossen und ihr die Haare abgeschnitten. Zuvor setzten sie das Rathaus in Brand. Die Szenen stehen stellvertretend für das Vorgehen bei den Krawallen.

Außerdem stellten verschiedene Medien, Rundfunksender wie Zeitungen, ihre Arbeit ein, nachdem sie heftigst bedroht wurden. Oppositionelle waren in die Zentralen der staatlichen Medien BTV und RPN eingedrungen und zwangen die Mitarbeiter und Journalisten dazu, ihre Arbeit einzustellen. Morales warf der Opposition daraufhin vor, "die Presse zum Schweigen zu bringen, damit sie ihren Putsch durchführen" können.

In der Hoffnung, der Stimmung von Gewalt und Lynchjustiz ein Ende zu setzen, kündigte Morales seinen Rücktritt an. Er sagte dazu: Ich möchte, dass ihr wisst, Brüder und Schwestern, ich trete zurück, damit Mesa und Luis Fernando Camacho aufhören werden, meine Brüder zu treten und ihre Häuser zu verbrennen. Es tut weh, das zu sehen. Deshalb haben wir uns entschieden, zurückzutreten. Wir hoffen, dass diese Unruhen nie wieder stattfinden werden. Gegenüber der internationalen Gemeinschaft, seien es die Vereinten Nationen, die OEA (Organisation Amerikanischer Staaten), die Europäische Union oder die Botschafter: Sagen Sie die Wahrheit über diesen Staatsstreich, verbreiten Sie es.

Die Unruhen hatten nach den Präsidentschaftswahlen am 20. Oktober begonnen, als Morales daraus als Sieger hervorgegangen war. Die Opposition – unterstützt von den USA – zweifelte jedoch das Ergebnis an und glaubt an Wahlbetrug. Infolge dessen wuchsen die Proteste zu Ausschreitungen und Krawallen an, denen sich mittlerweile auch Teile der Polizei angeschlossen haben. So soll etwa der Polizeichef von Santa Cruz, Miguel Mercado, öffentlich verkündet haben, dass er die "Meuterei unterstütze".

Morales hatte seine Widersacher und Kontrahenten zum Dialog aufgerufen, um den nationalen Frieden wiederherzustellen. Sein Aufruf verhallte unbeachtet. Er wollte die Parteien, die an den Wahlen teilgenommen hatten, zu Friedensgesprächen an einen Tisch bringen. Oppositionsführer und Ex-Präsident Carlos Mesa erklärte jedoch, über nichts mit Morales zu verhandeln zu haben. Auch Morales’ Vorschlag, Neuwahlen abhalten zu lassen (nachdem auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) von Manipulationen bei den Wahlen gesprochen hatte), haben die Gewaltausbrüche nicht mehr gestoppt.

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