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Spanien, Frankreich, Chile, Libanon – die Welt in Aufruhr

Spanien, Frankreich, Chile, Libanon – die Welt in Aufruhr
Auch an diesem Wochenende gingen weltweit Menschen auf die Straße um gegen soziale und politische Missstände zu protestieren. Die Aufnahmen zeigen Proteste in Spanien, Chile, Frankreich und dem Libanon. In Madrid stießen Polizeikräfte am Samstag in Barcelona mit Befürworter der Unabhängigkeit zusammen. In Santiago de Chile setzte die Polizei Wasserwerfer ein, in Frankreich marschierten die Gelbwesten zum 50. Mal und im Libanon versammelten sich Tausende vor dem Sitz des Premierministers.

Rund 10.000 Menschen nahmen an einer zunächst friedlichen Demonstration teil, jedoch stiegen die Spannungen und es kam zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Straßen wurden blockiert und Brände gelegt, auf die die Polizei mit Tränengas und anderen Projektilen reagierte. "Das zeigt, welche Art von Polizei wir haben. Es ist eine repressive Polizei, die uns nicht in Frieden und Freiheit manifestieren lässt", sagte ein Demonstrant, der von der Polizei in die Seite geschossen wurde, als er friedlich an einem Sit-in teilnahm. Berichten zufolge mussten 46 Personen wegen Verletzungen behandelt werden.

In Barcelona und anderen Großstädten in Katalonien begannen die Proteste, nachdem neun unabhängige Politiker, die das Unabhängigkeitsreferendum 2017 organisiert hatten, wegen Aufruhr, des Ungehorsams oder des Missbrauchs öffentlicher Gelder für schuldig befunden und vom Obersten Gerichtshof von Madrid zu neun bis 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden waren.

Seit dem Beginn der Unruhen wurden Hunderte bei Zusammenstößen verletzt und Dutzende unter Arrest gestellt.

Die chilenische Polizei setzte am Samstag bei Massenprotesten in der Hauptstadt Santiago Wasserwerfer und Tränengas ein. Auf den Straßen von Santiago waren zahlreiche Polizeifahrzeuge zu sehen sowie Wasserwerfer, die gegen Demonstranten eingesetzt wurden, nachdem diese Steine und andere Gegenstände geworfen hatten.

Der chilenische Präsident Sebastian Piñera forderte sein Kabinett auf zurückzutreten und gab seine Absicht bekannt, den Ausnahmezustand aufzuheben, wenn die Umstände es zulassen, um die Proteste zu beruhigen.

Auslöser der Demonstrationen war eine Fahrpreiserhöhung für den öffentlichen Verkehr, die später wieder zurückgezogen wurde. Trotzdem gingen die Proteste weiter mit der Forderung an die Regierung, den steigenden Lebenshaltungskosten, der Rentenreform und dem angeblichen Machtmissbrauch durch die Polizei zu begegnen.

In Frankreich stießen Gelbwesten am Samstag mit der Bereitschaftspolizei zusammen, als sie auf die Straßen von Paris gingen und damit die 50. Woche seit Beginn der Proteste im November 2018 markierten.

Die Bereitschaftspolizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor. Die Demonstranten warfen Gegenstände in Richtung Polizei, und der Protest gipfelte darin, dass Demonstranten Mülltonnen in Brand setzten, was zu einem zusätzlichen Einsatz der Feuerwehr führte.

"Ich habe überhaupt nichts getan! Die Polizei beschloss, zurückzukommen, und sie schlugen auf alle Leute am Straßenrand ein. Einfach so", sagte ein Demonstrant, während er von Sanitätern behandelt wurde.

Die Proteste der Gelbwesten in ganz Frankreich richten sich gegen eine Vielzahl von Missständen, die vom Anstieg der Kraftstoffpreise bis hin zur Einkommensungleichheit reichen. Die Kundgebungen entwickelten sich dann zu einer breiteren Bewegung gegen Macrons Politik.

Im Libanon, wo die Proteste vor knapp einer Woche begonnen hatten, sah man Demonstranten, die sich vor dem Regierungsgebäude Grand Sérail versammelten, libanesische Fahnen schwenkten und sangen.

Im Libanon richten sich die Proteste gegen die wirtschaftliche Stagnation und Korruption. Auslöser waren eine Reihe neuer Steuern, wie zum Beispiel auf WhatsApp und Facebook, um die hohe Staatsverschuldung des Landes zu bekämpfen. 

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