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Italien: "Es war keine Notsituation" – Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete erscheint vor Gericht

Italien: "Es war keine Notsituation" – Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete erscheint vor Gericht
Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete ist gestern, einige Tage nach ihrer Verhaftung, erstmals vor der Staatsanwaltschaft in Agrigento verhört worden, nachdem sie ihr Schiff trotz des Verbots der italienischen Behörden am Freitag in den italienischen Hafen von Lampedusa überführt hatte. Heute soll darüber entschieden werden, ob gegen Rackete Haftbefehl erlassen wird.

Möglich wäre auch eine Ausweisung der deutschen Kapitänin, wie der italienische Innenminister Matteo Salvini andeutete.

Racketes Anwalt Alessandro Gamberini sagte diesbezüglich nach der dreistündigen Anhörung: "Ich erwarte derzeit keine Abschiebung, also sollte unser Minister [Salvini] sich tunlichst beruhigen."

Der zuständige Staatsanwalt Luigi Patronaggio hat nach der Anhörung erklärt, dass Rackete ihr Manöver nicht aus einer Notsituation heraus gestartet habe, sondern aus freien Stücken.

"Wir hielten dieses Manöver nicht für notwendig, da die Sea-Watch 3" in den vergangenen Tagen medizinische Hilfe erhalten hatte und für jede Hilfe in ständigem Kontakt mit den See- und Militärbehörden stand", betonte er.

Von den ursprünglich 53 Migranten an Bord hatten 13 bereits das Schiff verlassen und sind an Land gebracht worden, da dies medizinisch notwendig war.

Rackete soll ihr Schiff zudem bei ihrem Manöver gezielt gegen ein Patrouillenboot der italienischen Finanzpolizei gesteuert haben, weshalb ihr "Widerstand und Gewalt gegen ein Kriegsschiff" vorgeworfen werden. Außerdem wird ermittelt, ob sie die Migranten vor der libyschen Küste tatsächlich zufällig aufgelesen habe oder ob es sich um eine geplante Aktion handelte. In dem Falle würde ihr Beihilfe zur illegalen Migration vorgeworfen.

Rackete selbst hatte eine prekäre humanitäre Lage auf ihrem Schiff beklagt. Die Situation sei psychisch sehr belastend für die Menschen an Bord, weshalb sie das Manöver durchführte.

"Die Situation an Bord hat sich von Tag zu Tag verschärft, insbesondere die psychologische Situation. Wir hatten Menschen, die gedroht haben, über Bord zu gehen, und es gibt viele Menschen, die an einer posttraumatischen Stresserkrankung leiden. Und auch Menschen, die von begangenen Suizidversuchen erzählt haben. Die psychologische Situation der Menschen verschlechterte sich also stetig, sodass wir handeln mussten, um mögliche Langzeitschäden zu vermeiden", so die Kapitänin.

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