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US-Druck nachgegeben? Deutschland wird „ein oder mehrere Flüssiggas-Terminals“ bauen

US-Druck nachgegeben? Deutschland wird „ein oder mehrere Flüssiggas-Terminals“ bauen
Berlin plant, in absehbarer Zeit eine Infrastruktur für Flüssiggas (LNG) schaffen, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf einer Pressekonferenz mit dem stellvertretenden US-Energieminister Dan Brouillette am Dienstag in Berlin mitteilte.

"Wir werden in den nächsten Wochen die Entscheidungen treffen, um ein oder mehrere LNG-Terminals zu bauen", so Altmaier. Gleichzeitig bestand Altmaier darauf, dass die Frage des LNG nicht Teil eines angeblichen Abkommens mit den USA sei, um ihre Bedenken in Bezug auf den Pipelinebau Nord Stream 2 auszuräumen, die russisches Gas an die EU unter der Ostsee liefern und ukrainische Pipelines umgehen würde.

"Was die Energieversorgung angeht, darf Europa nie erpressbar sein von Niemandem - egal, ob von Freunden oder ein Feinden. Wir sind daran interessiert, unsere Energieversorgung zu jedem Zeitpunkt zu sichern", betonte er.

Brouillette wiederum bestätigte, dass es kein bilaterales LNG-Abkommen zwischen Berlin und Washington gegeben habe, um die Spannungen um Nord Stream 2 zu lösen. Allerdings bemerkte er: "Wir glauben, dass diese Terminals nicht nur Diversität, sondern auch Wettbewerb um Pipelinegas in ganz Europa bieten."

Die USA kritisieren den Bau von Nordstream 2 scharf und versuchen, die EU von dem Vorhaben abzubringen. Stattdessen sollten Europäer der US-Regierung zufolge lieber Flüssiggas aus den USA kaufen, auch wenn dies teurer ist. Das Land hatte in jüngster Vergangenheit die Produktion von Schiefergas, auch bekannt als Frackinggas, stark angekurbelt und benötigt Absatzmärkte. Die USA betonen jedoch, dass ihnen Europas Energie-Souveränität am Herzen liege.

US-Außenminister Mike Pompeo erklärte am Montag in Ungarn, dass die USA ihren Einfluss in und auf Europa ausbauen werden, um eine zu große Annäherung an Russland oder China zu verhindern. Diese bezeichnete er als autoritäre Staaten, die gegen die US-verstandene Freiheit seien.

US-Präsident Donald Trump hatte im Juli die bereits im Bau befindliche Pipeline mit Russland scharf kritisiert.
"Wir schützen also Deutschland, wir schützen Frankreich, wir schützen all diese Länder, und dann gehen zahlreiche der Länder raus und machen einen Pipeline-Deal mit Russland, durch den sie Milliarden von Dollar in die Kassen Russlands einzahlen. Ich habe mich von Anfang an darüber beschwert. Es hätte nie passieren dürfen. Deutschland wird total durch Russland kontrolliert. Also werden wir etwas tun müssen, weil wir es nicht hinnehmen werden. Wir können das nicht zulassen,“ sagte der US-Präsident.

Die frühere US-Außenministerin erklärte schon im Jahr 2014:
"Langfristig sollten sich die Abhängigkeitsstrukturen im Energiesektor verändern. Man könnte sich mehr auf Nordamerikas Energiereserven stützen. Wir entdecken enorme Gas- und Ölvorkommen. Es existieren Pipelines, welche nicht durch die Ukraine oder Russland führen. Seit Jahren versuchen wir, Europa für andere Pipelinerouten zu begeistern. Es wird Zeit dafür", sagte sie damals.

Deutschland hält trotzdem an dem Vorhaben fest. Nord Stream 2, das durch die Ostsee geht, soll Ende 2019 fertiggestellt werden.

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