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Pakistan: Massenproteste für Todesstrafe für Christin - Angeblich redete sie schlecht über Mohammed

Pakistan: Massenproteste für Todesstrafe für Christin - Angeblich redete sie schlecht über Mohammed
Überall in Islamabad wurden gestern Straßensperren errichtet, nachdem der Oberste Gerichtshof Pakistans ein Todesurteil für eine christliche Frau aufgehoben hatte, die der Blasphemie beschuldigt wurde, was Islamisten empörte und zu gewaltsamen Protesten führte. Für sie ist die achtjährige Einzelhaft, die die fünffache Mutter Asia Bibi hinter sich hat, nicht Strafe genug. Sie fordern, dass sie hingerichtet wird, weil sie angeblich über den Propheten Mohammed abwertend gesprochen haben soll.

Einer der Demonstranten, Ghulam Nabi Farooq, sagte: "Es ist eine Schande. Diese Frau ist blasphemisch, also muss ein muslimischer Gelehrter über ihr Schicksal entscheiden."

Ein heißer Tag im Juni 2009 kostete Bibi beinahe das Leben. Sie war gerade Beeren pflücken und entschied sich, aus einem Brunnen einen Becher Wasser zu trinken. Nachdem sie einen Schluck kaltes Wasser getrunken hatte, bot sie einer anderen muslimischen Frau den Becher an und plötzlich rief eine der Landarbeiterinnen, dass das Wasser durch Bibi, die "schmutzige Christin", verseucht sei, erinnert sie sich in ihrer Autobiographie.


"Ich glaube, Jesus hätte einen anderen Standpunkt als Muhammad gehabt", antwortete Bibi demnach darauf. Die Frauen rieten ihr, zum Islam zu konvertieren, aber Bibi lehnte ab und sagte: "Ich glaube an meine Religion und an Jesus Christus, der am Kreuz für die Sünden der Menschheit gestorben ist. Was hat sein Prophet Muhammad getan, um die Menschheit zu retten?", fragte sie.

Daraufhin soll eine "Blasphemie!" gebrüllt haben, ein Wort, das in Pakistan zum Tode führen kann, denn dieses Verbrechen wird mit dem Todesurteil bestraft. Die muslimischen Landarbeiterinnen beschwerten sich dann beim Dorfprediger, der wiederum die Polizei alarmierte.

Bibi hat immer bestritten, blasphemisch gewesen zu sein. Sie wurde 2010 zum Tod durch Erhängen verurteilt und hat die letzten acht Jahre in Einzelhaft verbracht. Das Gericht hat nun die Freilassung der Frau unter der Bedingung angeordnet, dass ihr keine andere Straftat vorgeworfen wird.

Die Gerichtsentscheidung löste Massendemonstrationen aus, auf denen der Tod der Frau gefordert wird. Die Partei der islamischen Ideologie Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) soll all jene, die die Freilassung der Frau befürworten würden, „des Todes würdig“ erklärt haben.

Proteste gab es auch in Lahore, Karachi und Peshawar. In der Vergangenheit wurden zwei Politiker, die sich für Bibi eingesetzt hatten, ermordet. Deshalb traut sich kaum jemand, öffentlich Kritik an dem Blasphemiegesetz zu äußern.

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