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Nach Gewaltverbrechen gegen jüdischen Professer: Bonn trägt Kippa

Nach Gewaltverbrechen gegen jüdischen Professer: Bonn trägt Kippa
Hunderte von Menschen, die dabei Kippa trugen, versammelten sich am Donnerstag auf dem Bonner Marktplatz, um sich mit der jüdischen Gemeinde zu solidarisieren, nachdem am 11. Juli ein 20-Jähriger mit palästinensischen Wurzeln einen jüdischen Gastprofessor angegriffen hatte.

Die Teilnehmer trugen symbolisch die jüdische Kopfbedeckung und riefen zur Wehrhaftigkeit gegenüber dem Antisemitismus auf.

"Was letzte Woche passiert ist, ist wirklich eine Schande für unsere Stadt und wir wollen zeigen, dass das nicht wieder passieren wird", sagte der Bonner Bürgermeister Ashok Sridharan, der die "aufgeschlossene Kultur Deutschlands" betonte.

Der jüdische Gelehrte Yitzhak Jochananan Melamed beschuldigte die Polizei, ihn zu Boden geworfen und ins Gesicht geschlagen zu haben. Grund dafür sei gewesen, dass die Polizei Opfer und Täter verwechselt hätte. Nach Aufklärung des Missverständnisses konnten sie den eigentlichen Täter, einen 20-jährigen deutschen Staatsangehörigen mit palästinensischen Wurzeln festnehmen. Dieser hatte dem Polizeibericht zufolge den 50-jährigen, in den USA lebenden israelischen Hochschulprofessor in Begleitung einer Bekannten im Bereich des Bonner Hofgartens auf die von diesem getragene Kippa angesprochen und im weiteren Gesprächsverlauf auch beleidigt. Er "schlug ihm die Kippa dann mehrfach vom Kopf, schubste und schlug ihn gegen die Schulter und sagte hierbei unter anderem 'Kein Jude in Deutschland'", wie es im Polizeibericht dazu heißt. Wie sich später herausstellte, ist der Tatverdächtige wegen Gewaltkriminalität und aufgrund von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeibekannt. 

Melamed sagte auch, dass die Polizei den Vorfall in einigen Presseerklärungen falsch dargestellt habe. Inzwischen hat er eine Entschuldigung von der Bonner Polizeichefin Ursula Brohl Sowa erhalten. Der Angreifer kam auf Grund "ärztlich attestierter psychischer Auffälligkeiten" erst in eine psychatrische Klinik. Nach einem Tag war er jedoch wieder auf freiem Fuß. Nicht einmal eine Woche später, am 17. Juli, sorgte der Mann erneut für einen Polizeieinsatz, diesmal wieder am Bonner Hofgarten. Dort soll er in verbale Streitigkeiten mit mehreren Personen geraten sein. Im Polizeibericht dazu heißt es: "Im weiteren Verlauf zog der 20-Jährige schließlich ein Messer und bedrohte mehrere der an dem Streit beteiligten Personen damit. Nach Zeugenangaben soll er hierbei unter anderem auch geäußert haben: 'Ich könnte euch alle töten.'"

Wie die Polizei weiter schreibt, hatte bereits zuvor ein Haftbefehl wegen eines Gewaltverbrechens gegen den Mann bestanden. Dieser wurde aber erst ausgesetzt und ist erst jetzt wieder in Vollzug.

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