Oliver Stone im Iran: "Die USA werden immer Gesetze brechen, egal, wie der Präsident gerade heißt"

Oliver Stone im Iran: "Die USA werden immer Gesetze brechen, egal, wie der Präsident gerade heißt"
Der US-amerikanische Regisseur Oliver Stone sprach gestern in Teheran auf einer Pressekonferenz mit iranischen Medien nicht nur über Filme, sondern auch über die politische Lage im Nahen Osten. Den französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisierte er dafür, dass er sich politisch nicht nach den "großartigen Traditionen seines Landes" richte.

"Und wenn ich mich daran erinnere, wie Präsident Chirac mit großem Stolz Nein zu George [W.] Bush sagte, als dieser in den Irak einmarschieren wollte und nun diesen jungen Mann sehe, der nicht viel Sinn für Geschichte oder Ahnung von den großen Überlieferungen Frankreichs hat, dann erinnert Herr Macron einen an Herrn Sarkozy, der den Amerikanern als Zeichen der französischen Macht zur Seite stehen will."

Zu den USA und ihren "völkerrechtswidrigen Kriegen" sagte er: "Die Kriege gehen weiter, weil Amerika sich selbst sagt: 'Ha, nun, wir haben vielleicht ein Chaos im Irak angerichtet, aber weißt Du was, das funktioniert. Denn wenn wir aus Syrien ein Chaos machen und aus Libyen ein Chaos machen und wir überall Terroristen haben und Fluchtbewegungen von riesigen Mengen von Menschen, dann ist das in Ordnung. Es ist o.k. - Wir werden den Mittleren Osten zerstören.' Sie, die Neokonservativen, nennen es 'schöpferische Zerstörung'."

Dass Donald Trump daran irgendetwas ändern werde, glaube er nicht. "Es ist so klar und wird in der Geschichte so klar sein und es spielt keine Rolle, wer der Präsident ist, ob es Mr. George W. Bush, Mr. Barack Obama oder Mr. Donald Trump ist. Amerika wird jeden Vertrag brechen, den es muss, um zu bekommen, was es will, aber in diesem Fall gibt es keinen Vertrag. Wir sind Gesetzlose. Wir tun etwas, das international verboten ist. Wir hatten keine Erlaubnis von der UNO, in den Irak einzufallen. Wir taten es und tun es auch weiterhin."

Auf die Frage, welche Rolle er Trump, der gerade diese vermeintlich beliebig austauschbare Position ausfülle, in einem Film geben würde, sagte er "Beelzebub" - der biblische Dämon, der im übertragenem Sinne der Figur des Teufels gleichkommt.

Der dreifache Oscar-Preisträger Stone ist zum ersten Mal im Iran. Die Pressekonferenz gab während des 36. Internationalen "Fajr Film Festivals" (FIFF) im Charsu Cineplex in Teheran. Dieses Jahr läuft das FIFF vom 19. bis zum 27. April und konzentriert sich auf das italienische Kino, das Berichten zufolge einen Einfluss auf die Filmindustrie im Iran hatte.

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