Einwohner Dumas über Islamisten: "Während wir hungerten, war in ihren Lagern Essen für 30 Jahre"

Einwohner Dumas über Islamisten: "Während wir hungerten, war in ihren Lagern Essen für 30 Jahre"
Die Bewohner von Duma beschrieben in Interviews am Sonntag die harten Lebensbedingungen unter der Herrschaft der Islamisten vor der Befreiung durch die Regierung. Wie einer von ihnen erklärt, litten die Menschen unter großem Hunger: "Die Kinder litten an Unterernährung, ein zehnjähriges Mädchen sah aus wie ein zweijähriges." Wie er berichtet, sind irgendwann Aufstände ausgebrochen und die Islamisten wurden gezwungen, ihre Lager zu öffnen.

"Die hatten genug Essen für 30 Jahre! Warum habt Ihr dieses Essen nicht fair verteilt? Warum habt Ihr Leute verhungern lassen? Wir haben geweint, nur um ein Kilo Kleie zu bekommen, während Eure Kleie irgendwo herumlag. Warum habt Ihr die Kanister voll mit Honig vor unseren Kranken ferngehalten? Warum wurde der Honig versteckt? Tonnenweise […] Trockenmilch in Behältern; während sie hier von uns für ein Kilo Trockenmilch 10.000 bis 12.000 Lire (38 bis 45 Euro) verlangten, hatten sie tonnenweise Trockenmilch [in ihren Lagern]."

Ein anderer Bewohner behauptete, dass während der Evakuierung der Rebellen andere Bewohner daran gehindert wurden, die belagerte Enklave zu verlassen. "Unsere Familien sind in den Unterkünften. Alle jungen Männer - wie ich - im Alter von 15 bis 40 Jahren durften nicht hinaus", sagte er.

Am Samstag gab die Syrisch-Arabische Armee (SAA) bekannt, dass sie die östlichen Vororte der Hauptstadt Damaskus "vollständig befreit" hat, nachdem die letzte Gruppe von Bewaffneten die Stadt verlassen hatte. Ähnlich wie nach der Machtübernahme in Aleppo tyrannisierten die Islamisten die Zivilbevölkerung. Die Bewohner wurden als menschliche Schutzschilde missbraucht und Hunger und Gewalt ausgesetzt. Nachdem Russland und die syrische Regierung einen zivilen Fluchtkorridor aus den betroffenen Gebieten geschaffen hatten, gelangten anfangs kaum Leute heraus. Wie Geflüchtete später berichteten, hatten die Islamisten sie gewaltsam an der Flucht gehindert. Der Regierung gelang es, ein Abkommen mit den Bewaffneten auszuhandeln, dem zufolge diese die Stadt in Sicherheit verlassen dürfen, wenn sie im Gegenzug ihre Kampfhandlungen einstellten und ihre Waffen niederlegten. Tausende kamen dem Angebot nach und verließen zusammen mit ihren Familien das Gebiet. Auch Zehntausende Zivilisten flüchteten.

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