Madrid: Wieder Protest nach Tod eines afrikanischen Straßenhändlers

Madrid: Wieder Protest nach Tod eines afrikanischen Straßenhändlers
Hunderte von Demonstranten marschierten am Mittwoch nach dem Tod eines eingewanderten Straßenverkäufers erneut durch Madrid. Viele der Demonstranten hatten einen Migrationshintergrund und hielten Plakate gegen vermeintlichen Rassismus in die Höhe. Darauf fanden sich Slogans wie "Kein Mensch ist illegal" und "Schwarzes Leben zählt auch". Ein großes Polizeiaufgebot begleitete das Geschehen. Berichten zufolge wurden drei Polizisten verletzt, als aus der Menge Objekte auf sie geworfen worden.

Der 35-jährige Mamme Mbaye aus dem Senegal war auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle wegen des Verdachts auf illegale Straßenverkäufe gestorben. Zeugen sagten, Mbage sei von Polizisten auf Motorrädern verfolgt worden. Infolge seines Todes vor einer Woche war es bereits zuvor zu teils schweren Krawallen gekommen. Protestler warfen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen. Eine Bankfiliale wurde in Brand gesetzt. Mindestens 20 Menschen sollen dabei leicht verletzt worden sein. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein und nahm sechs Menschen fest.

Einen ähnlichen Fall hatte es im vergangenen Monat auch in Florenz gegeben. Dort wurde ein Straßenhändler von einem Rentner erschossen. Dieser soll finanzielle Probleme gehabt haben und wollte ins Gefängnis. Dafür erschoss er eigenen Angaben zufolge den ersten Menschen, den er auf der Straße angetroffen habe. Infolgedessen kam es auch in Florenz zu gewalttätigen Ausschreitungen. Afrikanische Demonstranten zogen randalierend durch die Innenstadt. Der Bürgermeister, der an einem Marsch für den Getöteten und gegen angeblichen Rassismus teilnehmen wollte, wurde laut italienischen Medien von einigen der Demonstranten attackiert, bespuckt und beleidigt und musste die Veranstaltung wieder verlassen.

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