Trotz Schnee und Frost: Rund 150 Migranten schlafen in Italien an der Grenze unter der Brücke

Trotz Schnee und Frost: Rund 150 Migranten schlafen in Italien an der Grenze unter der Brücke
Unbestritten: Der Winter hat uns erreicht. Auch in Rom fiel mittlerweile reichlich Schnee. Im italienischen Ventimiglia an der französischen Grenze herrschen ebenfalls eisige Temperaturen. Hier hat es erstmals seit 1985 geschneit. Rund 150 Migranten leben hier unter einer Brücke. Der jüngste unter ihnen ist drei Monate alt.

Sie weigern sich, in ein Lager zu gehen, weil sie so die Chance auf einen Grenzübertritt verpassen würden, erklärt einer von ihnen im italienischen TV. Das Lager sei zu weit weg, erklärt ein anderer bei riviera24. Dem vor Ort aktiven Caritas-Verein zufolge ist die Anzahl der Menschen vor Ort trotz des Frosts gestiegen – im Februar um vierzehn Prozent. Demnach sind insgesamt 1.542 Migranten registriert worden, wovon 88 Prozent Männer sind. Fast 90 Prozent stammen aus Eritrea, dem Sudan oder Äthiopien. Dennoch würden sich vor allen Dingen die wenigen Frauen mit jungen Kindern dazu entschließen, draußen zu schlafen. Etwa 150 Menschen nächtigen in Zelten unter der Brücke. Einige sind bereits seit mehreren Tagen hier, andere seit ein paar Wochen und wieder andere noch länger.

Freiwillige versuchen den Menschen zu helfen. Don Rito Alvarez, der Priester einer örtlichen Kirche, zündete vor seinem Gotteshaus ein Feuer an, um den Menschen dabei zu helfen, sich aufzuwärmen. Außerdem stellte er ihnen Essen und heiße Getränke zur Verfügung. Die Caritas di Ventimiglia hilft mit Mahlzeiten, Kleidung und medizinischer Versorgung.

Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA schreibt, weigern sich die Menschen besonders deshalb, in eines der Lager zu gehen, weil sie fürchten, identifiziert und registriert zu werden. Dies würde ihre Chance auf ein Leben in Frankreich gänzlich zerstören. Frankreich würde die Aufnahme von Menschen, die bereits in Italien identifiziert und registriert worden wären, umgehend ablehnen.  

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