„Marsch der Schande“: Netanjahu auch im eigenen Land unter Druck

„Marsch der Schande“: Netanjahu auch im eigenen Land unter Druck
Trumps Jerusalem-Entscheidung ist für Israels Regierungschef Netanjahu ein persönlicher Sieg. Doch im eigenen Land gerät er immer stärker unter Druck: Tausende fordern auf dem "Marsch der Schande" in Tel Aviv seinen Rücktritt.

Die Wut über die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump hat Unruhen unter Tausenden Palästinensern ausgelöst. Etwa doppelt so viele Israelis sind in Tel Aviv aus Zorn über Korruptionsvorwürfe gegen ihren Regierungschef Benjamin Netanjahu und seine Vertrauten auf die Straße gegangen. Mehr als 10.000 Menschen nahmen nach Schätzungen der Polizei am Samstagabend am "Marsch der Schande" durch das Stadtzentrum teil - das zweite Wochenende in Folge. Immer lauter werden die Rücktrittsforderungen, immer stärker der Druck auch von innen.

"Kapital, Herrschaft, Unterwelt", skandieren die Demonstranten bei ihrem Marsch über den Rothschild-Boulevard. Auf Hebräisch reimen sich die drei Begriffe. Einige Demonstranten tragen Schweinemasken. Netanjahu und seiner Frau Sara werden Hedonismus und Verschwendungssucht vorgeworfen.

Eine Demonstrantin trägt ein Nacktkostüm, einen Gürtel aus Bananen und eine Maske mit dem Gesicht von "Bibi", Netanjahus Spitzname. "Der Kaiser ist nackt", steht auf einem Schild, das sie hochhält - in Anlehnung an das Märchen von Hans Christian Andersen über einen prunksüchtigen Herrscher.

"Crime minister", steht auf einem anderen Schild, zunehmend wird Netanjahu mit Kriminalität in Verbindung gebracht, bisher wird in zwei Korruptionsfällen ermittelt. Er soll illegal teure Geschenke reicher Geschäftsleute angenommen haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, er habe versucht, unrechtmäßig die Medienberichterstattung zu beeinflussen. Netanjahu weist alle Vorwürfe gegen ihn zurück.

Doch Israelis vom Kleinkind bis zu Rentnern, demonstrieren mit einem Elan, welcher den der großen Sozialproteste von 2011 übertrifft, denn die jüngsten Proteste sind politischer.

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